Die Seniorin und die guten Autofahrer von Grünberg

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"Es geht auch anders", meint Hannelore Hoßbach-Jost aus Grünberg. Und bezieht sich damit auf unseren Bericht "Pöbeln, drängeln, beleidigen" (GAZ vom 9. Juli). Darin bestätigte die Laubacher Fahrlehrerin Anne Hoffmann bundesweite Erfahrungen, wonach Autofahrer zunehmend aggressiv reagieren, wenn sie einem Anfänger hinterm Steuer begegnen.

Zum Beweis für eingangs erwähnte These der 78-Jährigen sei folgendes Geschehen wiedergegeben: Montagabend, Viertel vor neun, steuert die Seniorin ihren neun Jahre alten Pkw über die B 49, vom Ziegelberg kommend in Richtung Altstadt, als das Display anzeigt: "Motorschaden". Das passiert ausgerechnet mitten auf der Linksabbiegerspur zur Alsfelder Straße. Hoßbach-Jost beziehungsweise ihr Auto sind zum Verkehrshindernis geworden.

Doch sogleich hält ein erster, dann noch ein zweiter Autofahrer, beide weder verwandt, bekannt oder verschwägert, an: "Brauchen Sie Hilfe?" Der erste holt wenig später ein Abschleppseil, bringt den antriebslosen Pkw mit dem zweiten hinterm Lenkrad ("ich war zu aufgeregt", Hoßbach-Jost) zur Werkstatt. Damit nicht genug, chauffiert einer der beiden Grünberger die Seniorin noch nach Queckborn, wo das Enkelkind schon auf seine Oma wartet.

Mit einem "herzlichen Dankeschön für diese lieben Leute" beendet die ehemalige Lehrerin an der TKS ihren Bericht - und die Beweisführung, dass zumindest nicht alle Autofahrer rücksichtsloser unterwegs sind als zu Zeiten, als der Deutsche Verkehrssicherheitsrat eine Werbekampagne startete und Roberto Blanco sang: "Hallo Partner - Dankeschön!". (tb)

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