Seit 100 Jahren Frauenwahlrecht

Es ist erst 100 Jahre her, dass in Deutschland Frauen das Wahlrecht erhielten. Die Entwicklung im Vorfeld, aber auch seitdem thematisiert eine Sonderausstellung, die nun im "Museum im Spital" in Grünberg zu sehen ist.

Es ist erst 100 Jahre her, dass in Deutschland Frauen das Wahlrecht erhielten. Die Entwicklung im Vorfeld, aber auch seitdem thematisiert eine Sonderausstellung, die nun im "Museum im Spital" in Grünberg zu sehen ist.

In der Ausstellung selbst werden auf insgesamt sieben Tafeln ausgewählte Protagonistinnen des Kampfes um das Frauenwahlrecht in Deutschland portraitiert. Luise Otto Peters und Hedwig Dohm als Vorreiterinnen, Marie Stritt als Vermittlerin der bürgerlichen Frauenbewegung, Clara Zetkin, Ottilie Baader und Marie Juchacz (alle drei der SPD angehörig) sowie eine Übersicht über wichtige Daten zu Frauenrechten sind darin zu finden.

Kampf seit 1890

Neben den sieben Frauenporträts wird auf neun Roll-Ups die Chronologie der Ereignisse dargestellt, die den Kampf um das Frauenwahlrecht thematisch veranschaulichen. Dabei wird unter anderem auf das kommunale Frauenwahlrecht, die Zersplitterung der bürgerlichen Wahlrechtsbewegung sowie die erste Wahl 1919 eingegangen.

Bürgermeister Frank Ide wies in seinen einleitenden Worten darauf hin, dass noch heute in einigen Staaten das Wahlrecht für Frauen eingeschränkt oder verwehrt ist. Das Deutsche Reich gehörte allerdings zu den Staaten, die Ende 1918 relativ früh das allgemeine Frauenwahlrecht einführten. Seit Mitte der 1890er Jahre hatten sich einzelne Frauen und ab 1902 der Verein für das Frauenstimmrecht dafür eingesetzt. Strittig war dann noch, wie das Frauenwahlrecht gestaltet werden sollte. Deshalb behandle die Wanderausstellung, die von einer weiteren Reihe von Veranstaltungen begleitet wird, ein bemerkenswertes Thema.

Grünberg ist die zweite Station der Wanderausstellung aus dem Frauenmuseum Bonn, die nach Ausstellungsende in Ludwigsburg gezeigt wird.

Museumsmitarbeiter Mario Alvez ging auf das in Kooperation mit der Buchhandlung Reinhard und dem Kino Grünberg erstellte Begleitprogramm ein. Am Mittwoch, dem 6. März, um 18 Uhr steht ein Vortrag zum Thema "FrauenWahlRecht – was geschah in der Provinzhauptstadt Gießen?" an. Dabei beleuchtet Dagmar Klein, M.A., Stadtführerin und Autorin zur Frauengeschichte in Gießen, die Auswirkungen der Novemberrevolution in Gießen. Zum Internationalen Frauentag am 8. März wird es vormittags auf dem Grünberger Marktplatz eine Aktion geben.

Am 8., 9. und 10. März wird von 15 bis 18.30 Uhr ein "k3 - Kultur-kulinarisches-Kino" mit einer Führung in der Sonderausstellung angeboten. Dann kann man einen ausgewählten Film im Grünberger Kino an einem facettenreichen Nachmittag erleben, bei dem das Museum für eine kleine Stärkung zwischendurch sorgen wird. Dies alles für einen Sonderpreis in Höhe von 9 Euro für Eintritt mit Führung und Kinobesuch. Die Filme werden im Rahmen der "Frauen Film Tage" im Kino Grünberg jeweils ab 17 Uhr gezeigt.

Bis 31. März geöffnet

Im einzelnen wird am 8. März der Film "Sufragette – Taten statt Worte" gezeigt, in dem eine Arbeiterin in London für das Wahlrecht für Frauen kämpft und nicht nur Job und Familie aufs Spiel setzt, sondern auch ihr Leben. Unter dem Titel "Sternstunde ihres Lebens" folgt der zweite Film am 9. März. Darin kämpft die Abgeordnete und Juristin Elisabeth Selbert für die Aufnahme des Satzes "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das Grundgesetz der zukünftigen Bundesrepublik Deutschland.

In dem am 10. März gezeigten Film "Die göttliche Ordnung" wird der Schweizer Hausfrau Nora der soziale Wandel in ihrem Land seit Mai 1968 bewusst, und sie entdeckt ihr politisches Interesse, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen. Die Karten sind an der Kinokasse erhältlich. Eine letztmalige Führung findet zur Finissage am 31. März um 16 Uhr statt. Für Besuche der Ausstellung von Schulklassen wird um telefonische Voranmeldung unter Tel. 0 64 01/22 33 28 14 gebeten. (Foto: dis)

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