Fünf Männer und drei Frauen packen es an: Erster Spatenstich fürs Dorfgemeinschaftshaus Harbach. FOTOS: TB
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Fünf Männer und drei Frauen packen es an: Erster Spatenstich fürs Dorfgemeinschaftshaus Harbach. FOTOS: TB

"Das ist schon ein Riesending"

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Von einem "Meilenstein" sprach Ortsvorsteher Oliver Schäfer. Durchaus: Seit einer gefühlten Ewigkeit müssen seine Harbacher mit einem zu kleinen, nicht barrierefreien Bürgerhaus mitten im Dorf vorliebnehmen. Veranstaltungen mussten wegen beklagter Ruhestörung schon um 22 Uhr enden, beim Beerdigungskaffee Gäste vor der Tür Platz nehmen. Das Ende der Malaise aber naht, wurde doch gestern der erste Spatenstich gesetzt. Ende 2021, Anfang 2022 soll es fertig sein.

Eigenanteil dank Hessenkasse stabil

Die Gesamtkosten werden mit rund 3,5 Millionen Euro angegeben, anderthalb Millionen mehr als 2016, beim Einstieg in das "Jahrzehnteprojekt" (Bürgermeister Frank Ide), kommuniziert. Damals freilich hatte es sich um eine Schätzung gehandelt, auf der Basis des nun realisierten Entwurfs aus dem Büro Schmees + Wagner. Die Gießener waren zwar nur auf Platz 2 des Architektenwettbewerbs gelandet, doch Ortsbeirat und Stadtväter waren sich einig gewesen: "Der passt besser hierher." Das eine seien die Eckpunkte des Wettbewerbsbeitrags, das andere sei die endgültige Planung, bat Grünbergs Rathauschef um Verständnis in Sachen Mehraufwand. Dass vor allem die Explosion der Baupreise verantwortlich war - gerade im Vergleich zu den Nachträgen bei der Ausstattung -, dies hatten die Planer im Vorjahr glaubhaft reklamiert.

Und, wie Ide auch zu beachten bat: Dank der erst nach dem Grundsatzbeschluss pro Neubau geöffneten "Hessenkasse" bleibe es beim Eigenanteil von zwei Millionen Euro (die Stadt entnimmt aus dem Fördertopf 1,5 Millionen Euro, die Red.). Sein Dank ging an den Ortsbeirat und Ortsvorsteher Schäfer: "Ohne deren Vorarbeit, was die Begründung des Bedarfs wie die Planung selbst angeht, wären wir nicht so weit gekommen."

Schäfer dankte Architekt Klaus Wagner wie der Bauabteilung der Stadt für konstruktive Zusammenarbeit. Wie er gestand, hatte er bei Bekanntwerden des Mehraufwands von gut 1,5 Millionen Euro nochmals gezittert: "Jetzt kippt das Projekt vielleicht doch noch." Doch gewährte das Parlament den Nachschlag, konnte der Ortsvorsteher wieder beruhigt schlafen. Dass die Harbacher sehr wohl selbst sparen helfen, dafür nannte er als Beispiel die Hilfe beim Abriss des Hasenheims. Sei das DGH eingeweiht, stehe es auch Bewohnern umliegender Stadtteile offen, schließlich habe man deren Gemeinschaftshäuser über Jahre selbst nutzen dürfen. Klaus Wagner gab am Ende noch Erläuterungen zur modernen, transparenten Gestaltung des Hauses mit einem großen Saal als Zentrum. Dass auch ein Jugendtreff in dem Bau Platz finde, hob er anerkennend hervor. "Schon ein Riesending für das Dorf", meinte Wagner am Ende, der sich aber angesichts des Interesses und Engagements der Harbacher sicher zeigte: "Das Riesending wird auch angenommen."

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