tb_bt_jpg_270221_4c
+
tb_bt_jpg_270221_4c

Schlendern ist lehrreich

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Grünberg (tb). Wen wundert’s: Corona hat auch das Projekt »Grünberger Wasserkunst« ausgebremst. So sind die Ausstellungen im Maschinenhaus oder die restaurierte Dreikolbenpumpe, Baujahr 1910, in der Stadtmühle noch nicht zu sehen.

Ein Spaziergang durchs Brunnental lohnt sich dennoch, zumal der Besucher auf den neuen Infotafeln viel Interessantes über Geologie, Fauna und Flora erfährt. Und vor allem natürlich über die »Wasserkunst«: Vor bereits 602 Jahren wurden in der Stadt am grünen Berg die Wasserträger obsolet, ward doch das kostbare Nass aus den Talbrunnen in die Stadt gepumpt.

Seit Neuem macht der Spaziergang noch mehr Spaß. Dafür gesorgt hat Dieter Wilhelmy: Das Mitglied des Arbeitskreises »Brunnental« hat eine Audio-App entwickelt. Soeben wurde sie am Maschinenhaus der Öffentlichkeit präsentiert.

Wer sich also auf die Tour begeben will, scannt mit dem Smartphone den QR-Code an den Infotafeln ein und taucht sogleich in die Geschichte der Wasserversorgung ein. Die Audiobeiträge werden unterstützt von einer Onlinekarte, Texten, Bildern und gar Videos. Gut einen Kilometer ist die Tour lang, etwa eine Stunde sollte man für ein gemütlich-lehrreiches Schlendern durch Grünbergs Geschichte einplanen. Ist die Altstadt erklommen, ist der Diebsturm ein Ziel, ebenso die historische Außenwand-Toilette am Schloss .

Buckle: Attraktiver Meilenstein

Die Audioführung, darauf machte Wilhelmy aufmerksam, werde auch nach der (ohnehin nicht täglichen) Öffnung der Ausstellungen dem Besucher jederzeit ermöglichen, die über 600-jährige Geschichte der Wasserkunst nachzuerleben.

Johanna Buckle, im Rathaus für Stadtmarketing und Veranstaltungsmanagement zuständig, freute sich über einen weiteren »Meilenstein für die Attraktivität des Brunnentales«. Ebenso Arbeitskreismitglied Robert Scheuermann, der im Maschinenhaus Anschauungsmodelle zur Wasserförderung und Lehrmaterialien für Schüler erstellt hat.

Bürgermeister Frank Ide wies darauf hin, dass der geplante, wegen der problematischen Ausschreibung verzögerte Bau des Wasserspielplatzes nun bald in Angriff genommen werde. Und AK-Mitglied Dirk Bender ergänzte, auch der Verkehrsverein habe einen erheblichen Beitrag für die Arbeiten im Brunnental geleistet. Über die neue Attraktion Audio-App informierte sich auch Petra Schwing-Döring, neue Geschäftsführerin der »Vogelsberg-Touristik«, sowie der ehemalige Wassermeister Walter Schäfer - für den das Brunnental aber sowieso ein »zweites Zuhause« sei, meinte Ide.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare