Silvia Linker übergibt einen Scheck der Stiftung der Sparkasse Grünberg an Christian Aff (M.) und Florian Schäfer. FOTO: FP
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Silvia Linker übergibt einen Scheck der Stiftung der Sparkasse Grünberg an Christian Aff (M.) und Florian Schäfer. FOTO: FP

Schilder bewahren alte Dorfnamen

  • vonHans-Joachim Losert
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Grünberg(fp). Begriffe wie "Onner-Weawer" oder "Doddehoscht" prangen nun an Hauswänden in Stangenrod. Fast 70 Schilder rufen die alten Ortsnamen wieder in Erinnerung. Zum 800-jährigen Ortsjubiläum wurden sie verteilt. Die Ausgabe sollte zu einem besonderen Moment werden. Doch die Corona-Pandemie machte dem Verein "800 Jahre Stangenrod" wie bei weiteren Jubiläums-Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung. Am Montagabend fand die Arbeit des Ausschusses dennoch eine Würdigung im kleinen Rahmen.

Die Verantwortlichen vermittelten auch einen Einblick in die Dorfchronik. Außerdem gab es einen Scheck über 2400 Euro von der Stiftung der Sparkasse Grünberg, den deren Vorsitzende Silvia Linker an Vereinsvorsitzenden Christian Aff überreichte. 1400 Euro beträgt der Zuschuss für die Chronik, mit 1000 Euro wurde die Herstellung der Schilder gefördert. In einem Kapitel wird daran erinnert, dass auf dem Land früher fast jedes Anwesen seine spezielle Bezeichnung hatte. Wenn dieser Dorfname genannt wurde, wusste jeder im Ort sofort, um welche Person oder welches Geschäft es sich handelte. Das System der Hausnamen entstand wohl vor mehr als 600 Jahren, als es noch keine Nachnamen, Straßenbezeichnungen oder Hausnummern gab. Von Vor- oder Familiennamen, Beruf oder der Lage des Anwesens wurden die speziellen Bezeichnungen abgeleitet.

Die Nutzung der Namen hat sich teils bis in die Gegenwart erhalten. Doch mit der älteren Generation gehen immer mehr dieser Angaben verloren. In der Chronik werden noch existierende Namen aufgelistet. Das Anwesen "Onner-Weawer" gehörte einst Karl und Lina Weber und befindet sich in der Stangenröder Straße. In der Walpergasse wohnten Karl und Augusta Hors - Dorfname "Doddehoscht".

Erfreut nahmen Vorsitzender Christian Aff, Tobias Bock, Florian Schäfer und Sebastian Seng vom Verein den Scheck entgegen. Silvia Linker sagte, das besondere Vermögen der Sparkassen-Stiftung werde gerne zum Erhalt der Brauchtumspflege eingesetzt.

Die reich bebilderte Chronik ist in einer Auflage von 400 Exemplaren erschienen und kann dank des Zuschusses zum moderaten Preis von 15 Euro angeboten werden. Zu erhalten ist sie in der Buchhandlung Reinhardt, beim IT-Service Gill, im Tourismusbüro und in der Sparkasse.

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