Vogelstimmenwanderung

Rotmilan zeigt sich mehrfach am »Münsterer Berg«

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Grünberg (pm). Der Vorstand des Naturschutzbundes (NABU) Grünberg hat zwei Vogelstimmenwanderungen für aktive Naturschützer organisiert, um der begrenzten Teilnehmerzahl Rechnung zu tragen.

Die Tour führte jeweils in und um den »Münsterer Berg«, einer bis zu 254 Meter hohen bewaldeten Kuppe südlich von Queckborn in Richtung der Nachbardörfer Münster und Ettingshausen. Hier wurden in den vergangenen Jahren spezielle Nistkästen aufgehängt - mit Drahtschutzgitter vor dem Einflugloch -, die die Eier und Jungvögel vor Prädatoren bewahren.

Dass die von den Villinger Vogelschützern um Norbert Hessler entwickelten und hergestellten Kästen gut angenommen werden, konnten die hiesigen Nistkasten-Betreuer mit einer 90-prozentigen Belegung dokumentieren.

Der gute Rundumblick am Waldrand ermöglichte schöne Beobachtungen in der Feldflur, und der Rotmilan zeigte sich mehrfach segelnd über dem Gebiet. Der Ruf des Kuckuck wurde weit entfernt im Tal des Äschersbach verortet.

Pirol und Baumfalke

Im Waldbereich können die Vögel oft nur an ihrem Gesang oder Warnruf erkannt werden, denn sie verstecken sich gerne und besitzen ein passendes Tarnkleid. Dies gilt besonders für die Nachtigall, deren wunderschöner anhaltender Gesang »Am roten Graben« bewundert werden konnte.

In diesem südlichen Bereich des Waldes hörten die Teilnehmer auch den Pirol, der sich gerne in lichten Laubwäldern aufhält.

Eine weitere Besonderheit war der Baumfalke, dessen falkentypische Rufe im Bereich von hohen alten Kiefern erschallten. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas war er im dichten Geäst aber nicht zu entdecken.

An drei Standorten konnten Jungvögel des Buntspechts in seiner gezimmerten Baumhöhle mit einem leisen wimmernden Ton vernommen werden. Überhaupt finden Spechte in alten oder abgestorbenen Bäumen gute Habitat-Bedingungen vor.

Fichten sind nach den drei trockenen Jahren rar geworden. Die durch Trockenheit begünstigte Rußrindenkrankheit an den über 40 Jahre alten Ahornbäumen scheint mittlerweile zum Stillstand gekommen zu sein, hat aber einen Teil dieser dort angepflanzten und vorherrschenden Baumart vernichtet.

46 Vogelarten konnten bei den beiden morgendlichen Wanderungen von den Teilnehmern insgesamt registriert werden.

Besonderer Dank galt Jürgen Becker, dem NABU-Vogelexperten aus Ruppertenrod, dessen Beobachtungsgabe, gepaart mit feinem Gehör, einem detaillierten Wissen und seiner Erfahrung manche Teilnehmer in Erstaunen versetzte.

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