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Manfred Löffert und Pfarrer Christian Stiller (r.) sind zufrieden mit der Sanierung der Kirche in Harbach. Am Sonntag ist sie wieder geöffnet.

Risse ausgebessert, Flecken überstrichen

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Grünberg (la) Alles duftet nach frischer Farbe. Die Harbächer haben die Corona-Zeit genutzt und in den vergangenen zwei Monaten ihre Kirche innen erneuert. Nun wird sie am kommenden Sonntag, 13. Juni, um 10 Uhr mit einem Gottesdienst wieder eingeweiht.

Der Gottesdienst findet nach Maßgabe der Hygienebestimmungen statt, bei gutem Wetter und großem Andrang wird im Freien gefeiert.

»Merkwürdige Zeiten irgendwie«, findet Manfred Löffert, Vorsitzender des Harbacher Kirchenvorstandes. Das ganze Leben runtergefahren, kaum Begegnungen, keine richtigen Gottesdienste. Aber eine solche Zeit ist genau die richtige für eine Renovierung. Im Februar vergangenen Jahres haben die ersten Begehungen mit Vertretern der kirchlichen Bauverwaltung stattgefunden. Die Suche nach einem Ausweichort während der Renovierungsarbeiten ist durch die Corona-Pandemie und deren Folgen obsolet geworden.

Der Wunsch indes, das Innere der Kirche, also Decke und Wände, grundhaft zu streichen, »der hat uns schon die vergangenen Jahre begleitet«, erinnert sich der gelernte Metallbauer, der sich seit nunmehr 20 Jahren im Kirchenvorstand engagiert. »So etwas kann man ja nicht einfach nur so beschließen und dann Firmen beauftragen.« Vielmehr müsse sich für solch ein Vorhaben immer wieder abgestimmt werden - vor allem mit der kirchlichen Bauverwaltung, schon aus Gründen des Denkmalschutzes. Zudem: Im Zuge solch einer Renovierung sollte auch gleich ein weiteres Problem gelöst werden - nämlich das der Feuchtigkeit. Die setzt immer wieder der Orgel zu. Und diese ist erst 2017 grundhaft erneuert worden.

Alles gar nicht so einfach, wenn man dabei bedenkt, dass für alles ein Planer gefunden werden muss und für die Gewerke Ausschreibungen gemacht werden müssen. »Wahnsinn, was wir da alles für Beschlüsse gefasst haben. Unser Pfarrer und ich haben uns manches Mal gefragt: Ist unsere Kirche womöglich überreguliert? Da bin ich ganz froh, dass der uns da in diesen Dingen immer wieder unterstützt hat.«

Die Anstrengung hat sich gelohnt. Risse an der Decke - ausgebessert. Flecken an Wänden und Decke - jetzt wieder überstrichen. Alles gehalten in einem angenehmen, leicht cremig abgeleiteten Weiß. »Das haben die Damen des Kirchenvorstandes ausgesucht, gar nicht so einfach, das richtige Weiß zu finden«, sagt der KV-Vorsitzende.

Ideales Raumklima für die Orgel

Auch zahlreiche elektrische Leitungen sind gleich umfangreich erneuert worden. »Das ist jetzt alles auf einem technisch aktuellen Stand.« Die letzte Renovierung liegt bereits beinahe 30 Jahre zurück.

Ebenfalls erneuert wurden die restlichen Fenster - alles aus Holz von Hand gefertigt, wieder von der ortsansässigen Schreinerei Allmang. Besonderer Clou: Das kleine Fenster hinter der Orgel wird künftig geöffnet bzw. geschlossen mit einer automatischen Temperatursteuerung, freut sich Löffert. Dadurch soll ein ideales Raumklima für die Orgel gewährleistet werden.

Der einst als romanische Saalkirche errichtete Bau blickt auf eine lange Tradition zurück. Um 1250 wurde er errichtet - und hat seitdem viele Familien über Generationen hindurch begleitet, ist bis heute ein Ort der Lebensübergänge.

»Die Zahl der Kirchenglieder mag in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen sein. Aber ein Dorf ohne Kirche - das kann sich eigentlich auch niemand vorstellen«, ist sich Löffert sicher. Jeder brauche in seinem Leben solch einen Ort - einen Ort, der eben auch auf Dimensionen verweist, wo wir selbst an unsere Grenzen stoßen. »Und dieser Ort strahlt jetzt bei uns wieder und steht allen offen, die sich von ihm bergen lassen wollen.«

Die Damen der Frauenhilfe haben zusammen mit Küsterin Petra Wolf mit Eimer und Lappen den neuen Glanz mühsam vollendet, sodass pünktlich zu den ersten Lockerungen der Corona-Regelungen mit Pfarrer Christian Stiller der Gottesdienst gefeiert werden kann. Das wird voraussichtlich im Freien geschehen, aber »jeder kann jetzt wieder in die Kirche rein und selbst staunen«.

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