Luftbildaufnahme eines Campingplatzes.
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Grünbergs Campingplatz von oben. Dort soll eine Anlage für die »Wandervögel neuer Zeit« entstehen. Es sind rund 60 Stellplätze für Wohnmobilisten vorgesehen.

60 Wohnmobil-Stellplätze

Investor plant neue Wohnmobil-Anlage für Grünberger Campingplatz

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Am Grünberger Campingplatz plant ein Investor eine voll ausgestattete Anlage mit 60 Stellplätzen für Wohnmobilisten. Einmalig in der Region, passend zu einem in der Pandemie noch verstärkten Boom.

Grünberg – Kommt hierzulande die Rede auf den Tourismus, kommt man an Grünberg nicht vorbei. Die Stadt profitiert von der Lage am Rande des Vogelsbergs als weithin bekannter Destination, von Frequenzbringern wie dem Sporthotel. Oder dem Campingplatz; dort nimmt man nun die Wohnmobilisten ins Visier: Ein Investor plant eine voll ausgestattete Anlage mit 60 Stellplätzen. Einmalig in der Region, passend zu einem in der Pandemie noch verstärkten Boom.

Quasi Tradition: Grünberg teilt sich seit jeher mit Laubach den ersten Rang, wenn es um die Zahl der Gästeübernachtungen geht. Um die 60 000 waren es meist - vor der Krise. Wie die Nachbarn haben auch die Gallusstädter ihre Bemühungen verstärkt, um neue Besucher anzulocken. Sieht man doch im Tourismus wirtschaftliches Potenzial. Dafür wurden die personellen wie finanziellen Ressourcen aufgestockt.

Wohnmobil-Projekt in Grünberg: „Mobile Homes“ im Blick

Bereits im Vorjahr aufs Gleis gesetzt wurde in Grünberg eine Erweiterung des Campingplatzes »Am spitzen Stein«. Die rund 40 000 Quadratmeter große Anlage mit dem Freibad gleich nebenan wird neu überplant. Wesentlich dabei ist die Ausweisung einer Erweiterungsfläche für sogenannte »Mobile Homes«, also feste Unterkünfte.

Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan hatten die Stadtverordneten im Vorjahr bereits gefasst. Unterdessen aber hat sich die Chance für eine weitere Attraktivierung aufgetan: Bei der Verwaltung hat sich ein privater Investor gemeldet, der eine moderne, komplett ausgestattete Anlage für Wohnmobile errichten und betreiben möchte.

Dafür ausgeguckt hat sich die Familie - selbst Teil der immer größer werdenden Fangemeinde dieser »Wandervögel neuer Zeitrechnung« - den brachliegenden Sportplatz unterhalb des Campingplatzes. Auf 7000 bis 9000 Quadratmetern (die Ausmessung steht noch an) will man rund 60 Stellplätze schaffen; inklusive Sanitärgebäude, zentraler Entsorgungsstation sowie Stromsäulen für jeden Gast.

Tourismus in Grünberg: Nachfrage nach Stellplätzen steigt deutschlandweit

Die Investoren, so Grünbergs Bürgermeister Frank Ide auf GAZ-Anfrage, hätten gegenüber der Verwaltung auf die mittlerweile 590 000 Wohnmobil-Besitzer allein in Deutschland verwiesen. Entsprechend steige die Nachfrage nach Stellplätzen. Weiter: Die meist gut betuchten Besitzer der meist komplett eingerichteten Mobile bevorzugten heute zunehmend Rastplätze mit umfassender und ansprechender Infrastruktur und Ausstattung. Für die Buchungszahlen ebenso von Vorteil dürfte sein, dass Grünberg an einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas liegt.

Der erste Schritt für einen »Wohnmobil-Park« wurde soeben vollzogen: In nicht-öffentlicher Sitzung hat das Stadtparlament dem Verkauf der Fläche zugestimmt. Einstimmig. »Nachteile für die Kommune sind dabei nicht zur Sprache gekommen - im Gegenteil«, wie Ide insistierte. Wozu er des Weiteren auf die Erwartung der Investoren verwies, wonach diese Klientel vermehrt die gastronomischen Angebote bei einem Stopp nutzten. Also profitiere auch die örtliche Wirtschaft, und sei es »nur« dank der neuen Gäste beim Frühstück im Freibad gleich nebenan oder abends in einem Restaurant. »Nicht zu missachten ist auch der Werbeeffekt für Grünberg«, meinte Ide. Und verwies darauf, dass die Anlage in bundesweit vertriebenen Publikationen sowie in weltweiten Internetforen annonciert werde.

Grünberg: Zukunft für Platz an der Gallushalle?

In Vorbereitung ist derzeit ein Städtebaulicher Vertrag, in dem die Pflichten der neuen Eigner - etwa Übernahme der Erschließungsarbeiten (Kanal, Wasser, Strom) - zu regeln wären. Dessen Gegenstand könnte überdies sein, dass sie die angrenzende städtische Anlage für Mobile Homes mitbetreiben. Das aber sei noch offen, verlautete aus dem Rathaus. Was im Übrigen auch für die Frage gilt, ob der kleine Wohnmobilstellplatz an der Gallushalle eine Zukunft hat.

Den Bebauungsplan »Campingplatz«, samt nun erforderlicher Anpassung, erstellt das Planungsbüro Büro Fischer (Wettenberg). Wie Holger Fischer gegenüber dieser Zeitung erklärte, erstelle das Büro derzeit den Vorentwurf; gleichsam Grundlage des »frühzeitigen Beteiligungsverfahrens« gemäß Baugesetzbuch. Diese stünden voraussichtlich in den nächsten vier bis sechs Wochen an; inklusive Einbindung der Kreisbauaufsicht. Nach Fischer ist daher fraglich, ob Grünbergs Stadtverordnete schon vor der Sommerpause die Beratungen des Bebauungsplans aufnehmen können.

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