Andrea Demes vor einem ihrer Werke.

Premiere im Weltladen

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Grünberg (dis). In Anwesenheit zahlreicher Besucher wurde am Freitagabend im Weltladen Grünberg die Ausstellung "Du sollst dir ein Bildnis machen" mit Arbeiten von Andrea Demes eröffnet. Die 1964 in Olsberg geborene Künstlerin ist in Allendorf-Winnen ansässig. Seit sie 1989 ein Semester im freien Malen in Öl an der Universität Bochum bei Prof. Schlieker belegte, kann sie auf weitere Aus- und Weiterbildungsstationen zurückblicken. 2005 belegte sie Mal- und Zeichenkurse bei Birgit Schäfer-Biver in Marburg. Mit ihren Werken war Andrea Demes unter anderem 2008 und 2009 bei der Oberhessischen Kunstausstellung im Grünberger Barfüßerkloster vertreten.

Die Vorsitzende des Trägervereins Weltladen Grünberg, Marianne Renz, wies in ihren Begrüßungsworten darauf hin, dass dies die erste Kunstausstellung im Weltladen ist. Sie machte auf ein mit "Spieglein, Spieglein" betiteltes Bild mit einem Spiegel in der Mitte aufmerksam, in dem man erkennen könne, was einen selber ausmache als Teil der Schöpfung und wie man mit ihr umgeht. In ihren Bildern habe sich Andrea Demes mit einer Lebensweise auseinandergesetzt, die häufig auf Kosten anderer stattfinde, sowie auch mit den Möglichkeiten eines nachhaltigen Lebens und mit der Natur insgesamt.

Textilien, Asche und Erde

Schäfer-Biver wies in ihrer Einführung darauf hin, dass das Thema der Ausstellung "Du sollst dir ein Bildnis machen" durchaus eine biblische Anspielung enthalte. Demes wolle in ihren Arbeiten über den Weg der symbolischen Nutzung von konkreten Utensilien einen Bezug zum Konsumverhalten herstellen: Da geht es zum Beispiel um Stoffreste von Jeans, die wie die meisten Textilien unter menschenunwürdigen Bedingungen bei schlechter Entlohnung produziert werden. Da finden sich Plastiknetze, die als Symbol für die Verschmutzung der Meere stehen, Baumstücke als Mahnmal gegen die Abholzung der Regenwälder im Amazonasgebiet, die aber auch eine Mahnung gegen das Baumsterben in hiesigen Breiten und die industrielle Nutzung des Baumbestandes enthalten. Unterstrichen wird dies zum Teil noch unter Mitbenutzung von Asche und Erde. Weitere Werke sind übermalte Fotografien, in die Seidenpapier und Holunder eingearbeitet sind, sowie Arbeiten, in denen Demes mit Rost und Patina gearbeitet hat. Weiterhin findet man in der Ausstellung meist selbstgebundene Bücher aus teilweise eigens geschöpftem Papier vor. Gearbeitet wird bevorzugt auf Papieren und Pappe als natürlichem Malmaterial. Für die Arbeiten werden Farben verwendet, die wasserlöslich und nicht schädlich für Wasserorganismen sind.

Über ihr künstlerisches Engagement hinaus setzt sich Andrea Demes unter anderem im Ladendienst aktiv im Weltladen Grünberg ein. Sie hat sich anknüpfend an die Aktion "Gute Schokolade" des Weltladens mit dem Thema "Baum" auseinandergesetzt. Bei dieser Aktion wird für fünf verkaufte Tafeln ein neuer Baum durch die Kinder- und Jugendinitiative "Plant for the Planet" gepflanzt. Mit Blick auf diese Initiative ist es ihr Ziel, eine gute und faire Ausstellung zu erreichen, denn: 50 Prozent des Erlöses für jedes verkaufte Bild gehen als Spende an den Verein Weltladen Grünberg.

Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungseröffnung von Birgit Kurmis und Hildegard Lauck-Haarhoff mit passenden Kompositionen auf Flöten. (Foto: dis)

Die Ausstellung im Weltladen in der Rabegasse ist bis 30. November geöffnet.

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