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Erinnerung an »Grünberg Folk«: Der Kern des alten Festivalkomitees hat ein neues Konzept entwickelt, mit dem der Diebsturm wieder Treffpunkt von Kulturfreunden werden soll.

Pläne für einen »Sommer am Turm«

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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21-mal hat ein »kultur- affines Dutzend« das Grünberger Folkfestival organisiert. Bis vor drei Jahren: Das Interesse des Publikums, aber auch der Politik ließ nach, und so kam das Aus. Der Kern des Folk-Komitees aber lässt es nicht dabei bewenden, legt nun ein Konzept für eine Woche mit Musik, Theater, Lesungen und Tanz vor.

Wie das Festivalmotto »Sommer am Turm« erahnen lässt: Alle Veranstaltungen sollen rund um den Diebsturm stattfinden. Damit es dazu kommt, muss zunächst eine Voraussetzung gegeben sein: »Ohne Rückendeckung der Stadt«, so Susanne Tröller aus dem Kreis der Initiatoren, »geht es nicht.« Auch finanziell: Grob geschätzte Einstandskosten belaufen sich auf 52 000 Euro.

Mit dem neuen Festival-Konzept soll breiteres Publikum angesprochen werden. Geplant ist ein vielfältiges kulturelles Angebot, »mal laut, mal leise, für Jung und Alt - und mit viel Spaß«, wie Tröller soeben vor dem Sozial- und Kulturausschuss betonte.

Parkdeck würde zum »Märchenwald«

Dem stellte sie die Grundideen der Veranstaltung vor. Gemeinsam mit Johanna Buckle, seitens der Kommune für Marketing und Tourismus verantwortlich - soweit also ward der Wunsch nach städtischer Unterstützung schon mal erfüllt. Zum Konzept: Stets Mitte August soll ein abwechslungsreiches Programm Besucher locken. All das rund um den Diebsturm, der mit seiner »einzigartigen Location und Atmosphäre« besticht, wie die Initiatoren meinen. Ihre Hoffnung: »Grünbergs Wahrzeichen wird zum Symbol und Treffpunkt lauer Sommernächte.« Beispielhaft nannten Tröller und Buckle diese Programmfolge: Samstag Konzert; Sonntag: Kindervorführung/Comedy/Zauberei; Dienstag: Lesenacht/Poetry Slam; Mittwoch: gemütlicher Abend bei Lounge-Musik/Offene Bühne; Donnerstag: Theater/Musik; Freitag: Disco/Silent-Party/Jazz; Samstag: Konzert; Sonntag: Workshop- und Mitmachtag, etwa mit Yoga, Malen, Singen, Trommeln oder Theaterspiel.

Stand heute wird es mehrere Zonen rund um den Turm geben, jeweils passend zum lauten oder leisen Charakter der Veranstaltung. Der Hegweg-Parkplatz würde zu einem mit Lampions erhellten »Märchenwald«, mit Loungebereich, Cocktailbar und Sand unter den Liegestühlen. Von dort führte eine Brücke zur Vorfläche des Diebsturms und zum Renthof. Der wäre für Autos tabu, um hier eine große Bühne sowie das etwa für Lesungen prädestinierte »Sternenzelt« aufbauen zu können. Das Komitee will das Festival im Auftrag der Stadt organisieren, doch nur die Auftaktveranstaltung, vermutlich eine »Musiknacht«, auf die Bühne bringen. Für den Rest werden Partner gesucht, wobei man neben gewerblichen nicht zuletzt an Vereine denkt.

Zuschuss der Stadt von 52 000 Euro?

Laut ersten Schätzungen betragen die Kosten 75 000 Euro, wobei allerdings über die Hälfte »Einmalinvests« wie Bühne, Technik oder die Kurzzeit-Brücke sein sollen. An Sponsorengeldern wird mit 20 000 Euro, an Standgeldern mit 500 Euro kalkuliert. Eintrittseinnahmen wurden noch nicht eingestellt; diese wären somit vom städtischen Zuschuss von 52 000 Euro abzuziehen. Dass Kulturförderung nicht zum Nulltarif zu haben ist, das aber dürfte auch unter Grünbergs Politikern Konsens sein.

»Sommer am Turm« soll nicht nur einmal sein, vielmehr alljährlich soll ein mit Kultur, Spaß und Geselligkeit gespicktes »Summerfeeling« beschert werden. Erstmals und als ein Highlight der 800-Jahr-Feier der Stadt soll es dazu vom 13. bis 20. August 2022 kommen. Tröller abschließend: »Wir brauchen zunächst Planungssicherheit, hoffen auf Ihre Begeisterung und darauf, dass diese in die Bürgerschaft getragen wird.«

Nach der heutigen Stadtverordnetensitzung, die über das Konzept entscheiden soll, wird auch sie mehr wissen.

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