tb_bitwo01p_160621_4c
+
Für den Radweg südlich der B 49 (auf dem Foto links der Straße Richtung Grünberg) finden derzeit erste Vorarbeiten statt. Dazu gehören Tiefenbohrungen für den Bau einer Unterführung am Ortsausgang von Grünberg, wo die Trasse die Landstraße nach Weickartshain quert.

Ostwärts auf dem kürzesten Weg

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
    schließen

Grünberg/Mücke (tb). Überörtliche Radwege direkt an einer Straße sind eine schnelle und sichere Verbindung (Stichwort: soziale Kontrolle). Sie bieten mithin gerade Berufspendlern Anreize, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Diese Alternative eröffnet sich künftig zwischen Grünberg und Mücke. Die Pläne für einen Radweg an der B 49 kommen langsam voran.

»Aus umweltfachlichen sowie verkehrlichen Gründen«, so Hessen Mobil zum Stand der Dinge, habe sich die südliche Seite als Vorzugsvariante herauskristallisiert. Dort erfolgen derzeit boden- und grundwasserkundliche Erhebungen, inklusive Tiefenbohrungen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Einmündung der Weickartshainer Straße (L 3166) auf die B 49 in Grünberg, erfordert doch die Südvariante hier den Bau einer Unterführung. Ende Juni soll dieser erste Schritt für ein neues Teilstück des hessenweiten »Rad-Hauptnetzes« - sozusagen das Grundgerüst, das durch lokale und regionale Netze vervollständigt wird - abgeschlossen sein.

Die Trasse, rund 4,3 Kilometer lang, soll eine Breite von 2,50 Metern erhalten. In Grünberg schließt sie an den Radweg Richtung Theo-Koch-Schule an. Und auch am anderen Zielpunkt in Mücke, im weiteren Verlauf der B 49 Richtung Alsfeld, stehen laut Hessen Mobil Planungen für straßenbegleitende Radwege an.

Was sind die weiteren Schritte? Nach aktuellem Zeitplan ist für 2022 Jahr das Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts vorgesehen. Das allerdings liegt in den Händen des Regierungspräsidiums und Verkehrsministeriums. Wie lange es dauern werde, bis das Baurecht geschaffen und erst recht die Bagger anrücken, könne man daher noch nicht sagen, bittet Sonja Lecher, Sprecherin des Marburger Regionalbüros von Hessen Mobil, um Verständnis. Fest steht dagegen, dass die Rechnung von Berlin bezahlt wird, da der Radweg an einer Bundesstraße entlangführt.

Lecher bestätigt grundsätzlich einen großen Bedarf an neuen Radwegen entlang von Bundes- und Landesstraßen. Aber: »Wir können nicht überall gleichzeitig planen und bauen.« Neubauten würden vorrangig entlang wichtiger Radrouten geplant sowie dort, wo das bestehende Wegenetz noch durch eine - meist relativ kurze - Ergänzung geschlossen werden könne. Von zentraler Bedeutung sei ferner die Verbesserung der Verkehrssicherheit der Radler.

Dass Hessen die Stärkung von Verkehrsmitteln des sogenannten »Umweltverbundes« - also ÖPNV, Rad- und Fußverkehr - als herausragende politische Aufgabe erachte, stellt die Behördensprecherin abschließend heraus. Grundlage dafür bilde das »Strategiekonzept Mobiles Hessen 2030«. Da sozial, klima- und umweltfreundlich, umfasse dies nicht zuletzt neue Impulse und Fördermittel für den Ausbau der Nahmobilität - selbstredend gehören Rad- und Fußwege mit dazu. Im Kreis Gießen fallen darunter auch der anstehende Bau der Trasse entlang der L 3128 zwischen Wieseck und Alten-Buseck, mit dem in der zweiten Jahreshälfte 2021 begonnen werden soll.

Oder die Verbindung entlang der B 49 zwischen Gießen und Oppenrod. Die wird an den durch Reiskirchen verlaufenden R 7 angebunden, womit eine durchgehende Verbindung nach Gießen entstünde. Auch dafür aber steht das Planfeststellungsverfahren noch aus, lässt sich noch nichts zum Baubeginn sagen. Was erst recht für den von den Anrainerkommunen erhofften Bahnradweg von Laubach bis Mücke gilt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare