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Die Mitglieder des kleinen und großen Chores im Jubiläumsjahr.

Optimistisch und gut aufgestellt

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Grünberg (la). Der Gesangverein Germania Harbach feiert am Sonntag, 1. September, sein 125-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten beginnen um 11 Uhr in der evangelischen Kirche in Harbach mit einem Festgottesdienst mit Liedbeiträgen beider Chöre. Anschließend wird Pfarrer Christian Stiller den neuen Gedenkstein oberhalb der Kirche enthüllen und segnen.

Zum ersten Vorsitzenden wurde im Januar 1894 von den 35 Mitgliedern der damalige Dorfschullehrer und Chorleiter Volk gewählt. Wie der von Ute Maul anlässlich des 100-jährigen Jubiläums erstellten Chronik zu entnehmen ist, musste der Verein 1931 seine aktive Tätigkeit aus finanziellen Gründen einstellen, da zahlreiche Sänger arbeitslos waren, und so das Honorar für den Dirigenten nicht mehr bezahlt werden konnte.

1976 Beginn der Ära Ihle

Im Sommer 1933 wurde die Sängertätigkeit aber wieder aufgenommen. Notenmaterial auch der Fahnenschrank wurden in der Kriegs- und Nachkriegszeit sinnlos zerstört. Erst im Oktober 1951 gab es einen Neubeginn. Wenige Monate später erfreute der Verein und Chor mit einem Liederabend die Öffentlichkeit. 1954 wurde dann auch das 60-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

Auf einer außerordentlichen Generalversammlung wurde 1968 beschlossen, die Idee von Paul Auchter umzusetzen und einen Frauenchor zu gründen. Im April 1968 fand bereits die erste Singstunde des Frauenchores statt, 20 Frauen nahmen teil. Nun hatte der Gesangverein drei Chorgruppen, neben dem Männerchor, den gemischten Chor sowie den Frauenchor. Die Vorbereitungen zum 75- jährigen Gründungsjubiläum liefen inzwischen auf Hochtouren. Ein großes Sängerfest samt Festzug wurde Ende Mai 1969 abgehalten. Ebenso großen Anklang fand auch das 100-jährige Jubiläum Anfang Juni 1994. Höhepunkt neben dem großartigen Programm, war die Überreichung der Zelter-Plakette des Bundespräsidenten sowie die silberne Ehrenplakette des Hessischen Ministerpräsidenten.

Einen einschneidenden Wechsel im Vorstand gab es 1976, als Dieter Ihle an die Spitze des Vereins gewählt wurde. Es kann mit Fug und Recht davon gesprochen werden, dass nun eine lange Ära begann, die eng mit dem Namen Ihle verbunden blieb. Als Ihle 2002 aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz niederlegte, wurde er nach über 26 Jahren als Vorsitzender verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er hat in diesen Jahren den Verein geprägt und fungierte auch über zehn Jahre als Vorsitzender des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes. Auf Dieter Ihle folgte dessen Sohn Dirk, der das Vereinsschiff Germania über zwölf Jahre steuerte und im Frühjahr 2014 den Vorsitz an seine Schwester Margit Winkler weiterreichte. Olga Hasse ist seit 2017 Chorleiterin und damit Nachfolgerin des zuvor verstorbenen Jürgen Schöffmann (Pohlheim).

Der Verein nimmt im Kulturleben Harbachs einen wichtigen Platz ein. Viele kirchliche Feiern und Gottesdienste werden von den beiden Chören musikalisch begleitet, auch die Veranstaltungen der anderen Ortsvereine werden mit Beiträgen bereichert. Überhaupt gibt es eine enge Zusammenarbeit der Ortsvereine. So laden etwa seit 1991 die Freiwillige Feuerwehr und die Germania zu gemeinsamen Familienabenden ein.

Die Gründung der "Germania Voices" im Jahr 1999 war ein voller Erfolg. Neue und moderne Chorliteratur sollten im Mittelpunkt stehen. So reicht das vielseitige Repertoire von Ausschnitten aus Filmmusik und Musical über Gospel, Pop bis hin zu Zulu-Songs. Auch der gemischte Chor wird von seinen Mitgliedern gestärkt. Gemeinsam hat man schon zahlreiche erfolgreiche Konzerte gegeben, ist über die Grenzen Harbachs hinaus bekannt und kann nun 20-jähriges Bestehen feiern.

Mit einem engagierten Vorstand um Margit Winkler und Anja Wanke, dem großen Chor und den "Germania Voices" kann der Verein als einer der Kulturträger Harbachs hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

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