Fünf Schwedenhäuser fürs "Stift": In die Häuserzeile ziehen im Januar Tagespflege und Ambulante Dienste des Oberhessischen Diakoniezentrums mit Sitz in Laubach ein. Im Vordergrund entsteht das Fundament für die Verwaltung des ev. Dekanats Gießener Land, das am 1. Januar 2022 aus der Fusion der Dekanate Kirchberg, Hungen und Grünberg hervorgeht. FOTO: TB
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Fünf Schwedenhäuser fürs "Stift": In die Häuserzeile ziehen im Januar Tagespflege und Ambulante Dienste des Oberhessischen Diakoniezentrums mit Sitz in Laubach ein. Im Vordergrund entsteht das Fundament für die Verwaltung des ev. Dekanats Gießener Land, das am 1. Januar 2022 aus der Fusion der Dekanate Kirchberg, Hungen und Grünberg hervorgeht. FOTO: TB

Die Neuen im "Schwedendorf"

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Das "Schwedendorf" vor den Toren Grünbergs, ein Projekt von Karl Georg Graf zu Solms Laubach, wächst und wächst und wächst. Und die evangelische Kirche trägt ein gerüttelt Maß dazu bei: Zum einen ist da jene Häuserzeile zur Lauterer Straße hin, die das Oberhessische Diakoniezentrum (OD) anmietet. Parterre zieht die neue Tagespflege ein, im Obergeschoss der Ambulante Dienst. Direkt gegenüber entstehen wiederum fünf Reihenhäuser, die das Großdekanat "Gießener Land" nutzen wird.

Geplanter Einzugstermin des "Stifts" war der 1. November, jetzt aber wird es Januar. Was dem Diakoniezentrum einige Probleme bereitete, dass ihm Lieferanten auf die Pelle rückten, etwa fürs Mobiliar Zwischenlager benötigt wurden. "Da mussten wir schon etwas Druck machen", sagt OD-Geschäftsführer Bernd Klein. Und spricht von "Verzögerungsgeschichten", meint damit zuvörderst behördliche Auflagen, die aus der Nutzung für eine Tagespflege resultieren. Schließlich geht es hier um Senioren mit erhöhtem Betreuungsbedarf, sind auch demenziell Erkrankte darunter.

Jetzt aber werden sie in Bälde das Angebot nutzen können, mit dem das Diakoniezentrum auf den steigenden Bedarf reagiert. Gerade viele ältere Partner sind auf die Dauer mit der Aufgabe überlastet, brauchen diese Hilfe.

Klein: "Pflegende Angehörige müssen auch mal Luft holen können." Im Übrigen sei Tagespflege ein weiterer Beitrag, um vor allem alte Menschen möglichst lange ein Leben zu Hause zu ermöglichen. Für zehn der insgesamt 22 Plätze liegen bereits heute feste Anmeldungen vor.

Zehn der 22 Plätze bereits reserviert

Verpflegung, Betreuung und pflegerische Angebote - auf diese drei Säulen stützt sich die Tagespflege auch hier. Aktivieren, Teilhabe am Leben sowie Kontakte mit anderen Menschen ermöglichen, das ist Klein zufolge Sinn und Zweck der Einrichtung. Und keinesfalls, "dass sie von einem aufs andere Sofa wechseln." Ein Wohlfühlbad und tiergestützte Therapie oder die geschützte Außenanlage hinterm Haus sind Bestandteil des Angebotes. Abgestuft nach Pflegegrad, gewähre die "Kasse" Pauschalen, sodass drei bis vier Tage im Monat ohne Zusatzaufwand zu buchen seien.

Im Obergeschoss der Gebäude zieht der Ambulante Dienst ein. Eine vorteilhafte Kombination, sind doch Leistungen wie Verbandswechsel oder Bestandspflege für bestimmte Erkrankungen, aber auch hauswirtschaftliche Angebote leichter zu organisieren. Der Ambulante Dienst wandert somit von Laubach nach Grünberg. Der aktuelle Sitz, das Haus Stiftstraße 19, wird damit leer, Raum entsteht für neue Zukunftspläne. Wie die aussehen, das bleibe abzuwarten, sagt der OD-Chef. Der im Übrigen davon ausgeht, dass die Verwaltung zeitig im neuen Jahr in den "Bunten Hund" einzieht; bekanntlich hat das Diakoniezentrum das ehemalige Hotel des gräflichen Hauses und frühere Stift-Krankenhaus zurückgekauft.

Auf fünf bis sechs schätzt Klein die Zahl seiner Angestellten, die an der Lauterer Straße beschäftigt sein werden. Rund 30 sind es gegenüber, im künftigen Sitz des neuen Dekanats Gießener Land, darunter Dekan und Vertretung, Inhaber der Profilstellen, die Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltungsangestellte. Vier bis viereinhalb der fünf Häuser, so Dekan Norbert Heide, werde man selbst mieten, hinzu komme ein Café. Bisher ist nur das Fundament vorbereitet. Doch im Spätsommer, so Graf Solms auf Nachfrage, würden auch diese Holzhäuser bezugsfertig sein.

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