Neuen Impuls für Fachmarktstandort erhofft

  • Thomas Brückner
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Grünberg(tb). Da sind sich Deutschlands Discounter sinngemäß einig: "Ein neues Image braucht der Markt". Hochwertigere Inneneinrichtung, eine Warenpräsentation, die den Kundenwünschen mehr entgegenkommt, Gänge, in denen Begegnungsverkehr nicht zum Problem wird. Dazu eine verbesserte betriebsinterne Logistik. Dafür aber braucht es zunächst mehr Fläche.

Zu beobachten ist dies jetzt auch in Grünberg, wo Aldi seinen Markt in der Londorfer Straße vergrößern möchte. Vor 18 Jahren mit einer Verkaufsfläche von 765 Quadratmetern gestartet, 2013 auf 940 erweitert, sollen es jetzt auf 1200 sein. Darf es auch: Der Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung Mittelhessen hat bei seiner Sitzung gestern Nachmittag grünes Licht gegeben, Aldi Grünberg darf wachsen.

Die Beratungen des Ausschusses im Busecker Schloss beruhten auf dem Antrag der Stadt Grünberg auf "Abweichung von den Zielen des Regionalplans Mittelhessen 2010". Der weist die Parzellen in der Londorfer Straße als Vorranggebiet Industrie und Gewerbe aus. Sondergebiete für großflächigen Einzelhandel - gemäß aktueller Rechtsprechung Märkte ab 800 Quadratmeter - aber sind dort nicht vorgesehen, sollten per se in bestehende Siedlungsgebiete integriert werden.

Begrenzung für Randsortimente

Um dennoch die planungsrechtlichen Voraussetzungen der Markterweiterung zu schaffen, daher also der Abweichungsantrag der Stadt Grünberg. Begründet auch mit der erwarteten Stärkung des Fachmarktstandortes (neben Aldi ist hier ein Getränkemarkt ansässig), mit der Hoffnung auf einen "zusätzlichen Impuls für die Entwicklung der Londorfer Straße".

In dieser sehen die Städteplaner eine "Entwicklungsachse" mit Potenzial. Zwischen den beiden Polen Rewe-Markt und Aldi hat diese in den letzten Jahren bereits mit Eröffnung des Kinder- und Jugendbüros der Stadt (inklusive Außenstelle des Kreisjugendamtes), dem Bau zweier Altenwohn- und -pflegeheime sowie der Mehrfamilienhäuser der Sparkasse eine erhebliche Aufwertung erfahren. Einen weiteren Beitrag soll bekanntlich das medizinische Versorgungszentrum leisten.

Der Ausschuss der Regionalversammlung beschloss also den Abweichungsantrag - einstimmig. Verbunden nur mit der Maßgabe, dass im anstehenden Bebauungsplanverfahren der Umfang der "zentrenrelevanten Randsortimente" (vor allem Non-Food-Artikel) auf zehn Prozent der Verkaufsfläche zu begrenzen ist.

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