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Das Publikum spendet viel Applaus für Anja Zimmer und Frank Glabian. Foto: pm

Netzwerkerin des 19. Jahrhunderts

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Grünberg(pm). Voll besetzt war der Saal des Museums im Spital Grünberg, als Anja Zimmer kürzlich ihren neuen Roman "Ich habe Licht gebracht! - Louise Otto-Peters, eine deutsche Revolutionärin" vorstellte. Dass die Forderungen der Influencerin, Networkerin und Revolutionärin des 19. Jahrhunderts auch heute noch brandaktuell sind, machte die Autorin immer wieder deutlich, indem sie Parallelen zwischen der damaligen Zeit und der Gegenwart zog. Der leidenschaftliche Kampf für Demokratie, Lohngleichheit und soziale Gerechtigkeit prägte das Leben dieser mutigen Frau, das voller Höhen und Tiefen war.

Achterbahn der Gefühle

Das aufmerksame Publikum ließ sich gerne von Frank Glabian (Bariton, Gitarre) mit politischen Spottliedern in die Zeit der deutschen Revolution entführen und fuhr auf einer Achterbahn der Gefühle: Von dramatischen Szenen in einer Fabrik bis zur ersten demokratischen Wahl im Mai 1848 ließ Anja Zimmer ihr ergriffenes Publikum am Leben ihrer Protagonistin teilhaben und stellte ihr schauspielerisches Talent unter Beweis. Dies hatte sie zum ersten Mal in der Theatergruppe des Laubach-Kollegs (Leitung: Burkhard Wellenkötter) entdeckt und bei ihren Lesungen immer wieder einfließen lassen.

Die gebürtige Meißnerin Louise Otto-Peters schrieb nicht nur Gedichte, Zeitungsartikel und Romane, in denen sie ihren Forderungen nach Freiheit deutlich Ausdruck verlieh, sondern ging sogar alleine auf Reisen - für eine Frau in der damaligen Zeit ein handfester Skandal. Von ihrer Reise schrieb sie Berichte, die Alfred Keil, ein befreundeter Redakteur in Leipzig, veröffentlichte und war sozusagen die erste Reise-Bloggerin, wenn auch analog. Dreieinhalb Jahre hat Zimmer an ihrem Roman gearbeitet, dabei in Archiven, Bibliotheken und an Schauplätzen recherchiert. Vor allem im Louise-Otto-Peters-Archiv (Leipzig) fand die Autorin wertvolle Quellen und freundliche Unterstützung. Das Publikum dankte dem Paar mit lang anhaltendem Applaus. Etliche Zuhörer nutzten die Gelegenheit vor Ort am Büchertisch, der von Friedrich Reinhard betreut wurde, ein Exemplar des Romans zu erstehen und von der Autorin signieren zu lassen.

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