Nächster Neubau übernächstes Jahr

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Grünberg/Laubach (tb). Erst gut vier Jahre ist es her, dass auf Nachfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung aus dem Vorstand der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Laubach/Grünberg verlautete: "Kleine Zwei-zimmerwohnungen werden immer gesucht, für einen Neubau aber gibt es keinen Bedarf." Eine Aussage, die mit der damals druckfrischen Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung korrespondierte, wonach die ländlichen Räume "teilweise dramatisch" an Einwohnern verlieren würden. Und das nicht nur im Osten.

Die jüngeren Bevölkerungsprognosen weisen zumindest für Grünberg keine Verluste mehr aus. Was wiederum mit aktuellen Aussagen und Planungen der Genossenschaft korrespondiert: "Die Wohnungsnachfrage befindet sich auch weiterhin auf einem hohen Niveau", stellt der Vorstand des gemeinnützigen Bauträgers in seinem jüngsten Jahresbericht heraus. Und weiter, dass man der Feststellung mit dem "geplanten Neubau in Laubach Rechnung trägt".

Die Rede ist vom Mehrfamilienhaus im neuen Baugebiet "Schottener Straße", wo gerade die ersten Häuslebauer ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen. Bis es aber mit dem Projekt der Genossenschaft - insgesamt 18 Wohnungen, davon vier frei finanziert - losgeht, wird noch viel Wasser die Wetter hinabfließen. Ob der ausstehenden "Klärung juristischer Fragen" noch nicht unterschrieben ist so etwa der Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt. Anstelle der gemeinhin üblichen 10 000 Euro je Sozialwohnung an Komplementärmitteln bringt die Kommune hier ihr Grundstück ein.

Stadt steuert Grundstück bei

Ausarbeitung der Planung für das auf 2,6 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben, Beantragung und vor allem Bewilligung der Fördermittel, Baugenehmigung und und und sind im Weiteren zu erledigen.

Wie Vorstandsmitglied Anette Henrich auf GAZ-Anfrage sagte, rechnet sie daher nicht vor 2021 mit dem ersten Spatenstich. Übrigens: Die Sozialwohnungen sind nicht nur barrierefrei konzipiert, erwogen wird zudem das Angebot eines betreuten Wohnens in Kooperation mit dem Diakoniezentrum.

Die "Schottener Straße" freilich ist nach jahrzehntelanger Pause bereits das zweite Neubauprojekt der Genossenschaft. Vor drei Monaten bezogen die ersten Mieter das ebenso barrierefreie Mehrfamilienhaus in der Kurt-Schumacher-Straße in Grünberg. 16 Wohnungen mit Belegungsbindung sind hier anstelle eine Garagenzeile entstanden; wiederum auf eigenem Grund, was die Kosten kleinhielt. Ein Thema auch bei der Mitgliederversammlung der Genossenschaft in der Vorwoche. Wie der Vorstand an dem Abend wissen ließ, kletterte der Wohnungsbestand somit auf 252, davon 149 in Grünberg. Insgesamt 136 sind preisgebunden, bei einer Größe von 67 Quadratmetern und einer Grundmiete von 4,61 Euro im Schnitt. Im Vorjahr, so noch ein Detail aus dem Jahresbericht, habe es nur einer "moderaten Anpassung" des Mietzinses bedurft.

Das Gesamtfazit des Vorstandes fällt wiederum positiv aus: 112 000 Euro Überschuss im vergangenen Geschäftsjahr, Finanzen geordnet, keine besonderen Risiken erkennbar.

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