Ralf Jäkel (l.) verabschiedet Axel Bühler in den Ruhestand. FOTO: SO
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Ralf Jäkel (l.) verabschiedet Axel Bühler in den Ruhestand. FOTO: SO

Der nächste Förster geht in den Ruhestand

  • Rüdiger Soßdorf
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Grünberg/Wettenberg(so/tb). In Axel Bühler geht ein weiterer Revierförster im Landkreis in den Ruhestand. Der 61-Jährige hat in den vergangenen sieben Jahren das Revier Grünberg mit Stadt- und Staatswald beförstert.

Nach einer viermonatigen Interimsbesetzung wird am 1. Oktober Hannes Wollmerstädt den Posten übernehmen. Wie Grünbergs Bürgermeister Frank Ide auf GAZ-Nachfrage bestätigte, habe der Magistrat zwischenzeitlich sein Placet erteilt. Ide zufolge hatte Hessen Forst die Stelle ausgeschrieben, nur eine Bewerbung war eingegangen.

Wollmerstädt, Jahrgang 1992 und wohnhaft in Fernwald, hat Forstwirtschaft und Ökosystem-Management studiert, zurzeit ist er als Betriebsassistent bei Hessen Forst in Gießen tätig.

Zurück zum Vorgänger: Ralf Jäkel, kommissarischer Leiter des Forstamtes Wettenberg, überreichte Bühler die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand. Die Feierstunde fiel coronabedingt kleiner aus als üblich. "Aber nach rund vier Jahrzehnten im Forstdienst gehört es sich schlicht nicht, eine Urkunde mit der Post zuzuschicken", sagte Jäkel. Er würdigte ausdrücklich die Verdienste Bühlers um das Revier Grünberg. Hatte dieser doch ein schweres Erbe anzutreten, auch und gerade angesichts der Herausforderungen des Klimawandels: Sturmschäden, Dürre, sterbende Nadelholzbestände, Schäden auch im Laubholz und erhebliche Anstrengungen zur Wiederaufforstung, gerade in den vergangenen drei Jahren. "Trotz schlechter Rahmenbedingungen haben Sie dort sehr viel geschaffen", betonte Jäkel und erinnerte an die außerordentlich gute Zusammenarbeit von Forstverwaltung und Stadt unter Bühlers Ägide.

Geboren 1958 in Washington D.C. kam Bühler 1960 über die Schweiz nach Castrop-Rauxel. Nach dem Abi 1979 absolvierte er sein erstes Forstpraktikum in Driedorf, um anschließend in Göttingen sein Forststudium aufzunehmen. Weitere Stationen bis zur Prüfung 1987 waren die Forstämter Herborn, Schotten und Grünberg, danach Grünberg, Lich und Wetzlar. 1992 übernahm er das Revier Dreihausen, bevor er 2002 zur Forstverwaltung im Gießener Europaviertel wechselte und sich dort im Schwerpunkt der IT- und Telekommunikations-Ausstattung der Forstämter landesweit widmete. 2013 ging er schließlich als Revierförster nach Grünberg.

Vor wenigen Tagen erst war Peter Krautzberger als Förster für Allendorf und Rabenau verabschiedet worden, im vergangenen Spätsommer Rüdiger Pohl in Salzböden. Ebenfalls in den Ruhestand tritt dieser Tage Dieter Illhardt in Reiskirchen. Nicht für alle Revierförstereien gibt es sogleich eine dauerhafte Nachfolgeregelung. Die Personalgewinnung in Hessen gestaltet sich nicht mehr so leicht wie noch vor einigen Jahren.

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