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Modehaus zieht’s ins Gewerbegebiet – Umbruch am alten Standort

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Von: Thomas Brückner

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Plant einen »Tapetenwechsel«: das Modehaus Allmendinger in Grünberg. © Thomas Brueckner

Das Modehaus Allmendinger in Grünberg verlässt seinen derzeitigen Standort. Im Gewerbegebiet sieht die Eigentümerfamilie bessere Perspektiven.

Grünberg – Eines der bekanntesten Unternehmen Grünbergs verändert sich: Das Modehaus Allmendinger verlässt den Standort am Bahnhof, zieht ins Gewerbe- und Industriegebiet. Nicht zuletzt die schlechte Verkehrsanbindung gab nach den Worten von Geschäftsführer Werner Scharmann den Ausschlag: 2013 wurde die Bahnhofstraße saniert.

Schön anzusehen und funktional, brachte die neue Einbahnregelung für die Kunden Nachteile mit sich. Seien sie doch seither gezwungen, bei der Heimfahrt auf die »Rennbahn Londorfer Straße« abzubiegen. Wo sie dann des Öfteren auch noch vom Rückstau an der Bahnschranke begrüßt würden. Und mit Blick auf die Geschäftsaufgaben in der unteren Bahnhofstraße fügt Scharmann noch an: »Seither sind wir hier oben etwas allein auf weiter Flur.«

Grünberg: Modehaus sieht bessere Perspektiven in Gewerbegebiet

Erst recht nach der coronabedingten Durststrecke für den stationären Textilhandel sieht er die Pflicht, den Fortbestand eines so traditionsreichen Hauses wie Allmendinger zu sichern. Die besseren Perspektiven sehen er und die Eigentümerfamilie Andreß im Gewerbe- und Industriegebiet. Zumal man dort über eine 1200 Quadratmeter große Halle verfügt, somit die Verkaufsfläche nicht kleiner ausfällt als im Bestand. Bis zum Umzug nach Hungen 2017 vom Autozulieferer Tecalan genutzt, hatte sich Scharmann zufolge die Vermietung aus diversen, meist bürokratischen Gründen schwierig gestaltet.

Ins Kalkül zieht Allmendinger natürlich auch die Vorteile, die sich aus der Nachbarschaft von Discounter und Getränkemarkt ergeben. Also müsse er sich künftig nicht mehr allein um Frequenz kümmern, merkt der Grünberger dazu an. Für ihn ist klar: »Geht es um den dauerhaften Fortbestand des Modehauses, handelt es sich hier um den deutlich attraktiveren Standort.« Zumal es ausreichend Grundeigentum für Parkplätze hinter jener Halle gebe, in der bis vor rund 30 Jahren Hosen genäht wurden.

Modehaus in Grünberg: Bestand soll abgerissen werden

Also wird Allmendinger eine Fabrik zum Modegeschäft verwandeln. Wann? Scharmann hält sich da noch etwas bedeckt, auch aufgrund einschlägiger Erfahrungen mit Behörden. Seine Hoffnung ruht nun auf der Regionalversammlung, die als erstes grünes Licht für das Projekt eines »großflächigen Einzelhandels« geben muss. Darauf hoffen natürlich die Familie Andreß und Werner Scharmann. Der lässt sich am Ende doch noch etwas zum Beginn der Umbauten entlocken: »Kommendes Jahr, wenn denn alles glatt läuft.«

Am alten Standort dürfte es weitaus größere Veränderungen geben. Das 4000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem Allmendinger vor rund 120 Jahren eine Weberei errichtete, wird komplett neu geordnet. Sprich: Das Modehaus - bis auf den modernen Vorbau noch in den ehemaligen Fabrikhallen untergebracht - soll abgerissen werden. Ebenso die benachbarten alten Hallen der Fa. Drahtschmidt, die vor Jahren schon ins Gewerbegebiet ausgesiedelt ist. Nach dem neuen Wohn- und Geschäftshaus am Bahnhof (ehedem Post) planen die Eigentümer nun eine Zeile mit mehreren Mehrfamilienhäusern. Scharmann zum »Kollateralnutzen« für Grünberg: »Die Stadt hat dann eine Altlast weniger.« (tb)

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