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Vier Parteien treten am 14. März für die Gemeindevertretung in Reiskirchen an

Mehr Betreuungsplätze für Reiskirchen

  • vonChristina Jung
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In Sachen Kita-Betreuung kämpft Reiskirchen mit Engpässen. Bezüglich der Ausweisung neuer Baugebiete und Gewerbeflächen tut sich wenig. Zudem stehen in finanziell schwierigen Zeiten kostenintensive Projekte wie die Sanierung beziehungsweise der Umbau von Feuerwehr, Bauhof und Verwaltung an. Wie mit all dem umgehen? Antworten auf drängende Fragen geben SPD, CDU, FW und Grüne.

?Wie sollte die Kinderbetreuung am Ende der nächsten Legislaturperiode aussehen?

SPD: Die SPD hat das Ziel, die Kinderbetreuung in geordnete Bahnen zu bringen. In fast allen Ortsteilen sind Baulanderweiterungen geplant, sodass zügig nachhaltige und klimagerechte Standortplanungen erfolgen müssen. Die Kindertagesstätten sind bedarfsorientiert an familien- und kinderfreundlichen, geschützten, aber gut erreichbaren Standorten zu errichten. Zudem braucht Reiskirchen ein Waldkindergartenangebot, um die Vielfalt der Betreuungsmöglichkeiten zu erweitern.

CDU: Jedes Kind soll ein wohnortnahes Platzangebot erhalten und dort in modernen und gut ausgestatteten Kindertagesstätten von exzellentem Personal betreut werden. Das Kita-Konzept bietet dafür eine gute Grundlage, die wir für jeden Ortsteil weiterentwickeln müssen.

FW: Nachdem eine starke Nachfrage nach Betreuungsplätzen zu verzeichnen ist, hat die Politik ein Kita-Konzept gefordert. Das liegt zwar mittlerweile vor, ist aber immer noch nicht politisch diskutiert worden. Wir erwarten, dass bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode so viele Plätze geschaffen worden sind, dass der Bedarf an U3- und Ü3-Betreuung in vollem Umfang gedeckt werden kann. Wie das erreichbar ist, wird die nächste Zeit zeigen. Bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde in der Lage sein wird, die politischen Entscheidungen umzusetzen.

Grüne: Es sollte für jedes Kind in unserer Gemeinde ein ortsnahes Angebot geben, das dem Betreuungsbedarf für Kinder von einem Jahr bis zur Einschulung entspricht. Wir wollen uns dabei auch dafür stark machen, dass in Zukunft neben dem Mittagessen für alle Kinder ein Frühstück angeboten wird. Im pädagogischen Konzept sollen gesunde Ernährung und Naturnähe ihren Platz haben. Zu den bisher vorhandenen Standardkindertagesstätten sind Waldkindergärten einzurichten, damit auch in Reiskirchen der Nachfrage danach entsprochen werden kann.

?Vom Bauboom der vergangenen Jahre war in Reiskirchen vergleichsweise wenig zu merken. Sehen Sie Nachholbedarf?

SPD: Der neue Flächennutzungsplan ist seit geraumer Zeit in Bearbeitung, wobei coronabedingte Verzögerungen nachvollziehbar sind. Sobald es möglich ist, muss dieses Planwerk für viele Jahre mit einer breiten Bürgerbeteiligung in der Gemeinde vorangetrieben werden. Baulandangebote sind für alle Ortsteile vorgesehen und wichtig. Die SPD Reiskirchen spricht sich für eine sinnvolle Nachverdichtung in den Ortsteilen aus unter Berücksichtigung des ressourcenschonenden Umgangs mit den freien Flächen.

CDU: Definitiv. Gerade junge Familien aus der Gemeinde müssen die Möglichkeit bekommen, hier zu bauen. Gleiches gilt für Gewerbetreibende. Als CDU setzen wir hier auf eine zügige Entwicklung durch private Investoren.

FW: Die Gemeinde Reiskirchen hat es in den letzten Jahren versäumt, Gebiete für Wohnbebauung und Gewerbe auszuweisen. Bereits 2016 hatten die Freien Wähler beantragt, das Wohnbaugebiet »Die Beune/Sandweg« in Burkhardsfelden weiter zu entwickeln und von der Hessischen Landgesellschaft zurückzukaufen, um die Plätze zeitnah zu vermarkten, zudem in anderen Ortsteilen Flächen bereitzustellen. Ebenfalls 2016 wurde beantragt, Gewerbegebiete auszuweisen. Passiert ist lange nichts. Erst auf massiven Druck und nach dem Erweiterungswunsch eines Betriebes hat die Gemeindeverwaltung endlich reagiert. Viel zu spät, dadurch könnte Reiskirchen ein beträchtlicher Nachteil entstanden sein.

Grüne: Um der prognostizierten Überalterung Reiskirchens entgegenwirken, benötigen wir den Zuzug von jungen Familien, wofür wir erschwinglichen Wohnraum brauchen. Die Nutzung der vorhandenen Baulücken muss dabei im Mittelpunkt stehen. Durch eine zügige Umsetzung der in Planung befindlichen Baugebiete wird nach Meinung der Grünen die Nachfrage nach Bauplätzen ausreichend bedient. Der Flächenverbrauch muss ökologisch vertretbar sein. Es ist zu bedenken, dass die durch die Bebauung versiegelten Flächen unwiederbringlich verloren sind.

?Bauhof, Feuerwehr, Gemeindeverwaltung: Diese Bauprojekte kosten viel Geld. Wo von soll Reiskirchen das bezahlen?

SPD: Alle drei Projekte sind wichtig und angeschoben. Die hohen Kosten verpflichten die Gemeindepolitik vor dem Hintergrund knapper Kassen zu einer regelmäßigen Überprüfung. Das Prinzip einer geordneten Planung und die Maxime eines sparsamen Umgangs mit öffentlichen Mitteln möchte die SPD hervorheben. Damit wir in Zukunft bei notwendigen Bauprojekten handlungsfähig sind, setzen wir uns dafür ein, dass relevante Informationen und Entscheidungen transparent zur Verfügung stehen.

CDU: Als erstes brauchen wir neue Steuerzahler in der Gemeinde. Dafür bedarf es einer raschen Entwicklung von Baugebieten. Außerdem müssen Fördermöglichkeiten genutzt und mit dem vorhandenen Geld sinnvoll umgegangen werden. Alles umsonst kann es nicht geben .

FW: Alle diese Maßnahmen sind in den letzten Haushalten finanziell abgebildet. Der Umbau der Verwaltung wird zu 90 Prozent über die Hessenkasse finanziert, für die Feuerwehr gibt es Fördergeld vom Land. Zudem können durch Überschüsse aus den vergangenen Jahren Mittel eingesetzt werden. Dies gilt auch für den Bauhof. Der Rest ist mit Krediten abzudecken. Bereits in 2023 ist wieder mit einem ausgeglichenen Haushalt zu rechnen. Da die Wirtschaft nach Corona vermutlich stark anziehen wird, und Reiskirchen mehr als andere Kommunen von der Gewerbesteuer lebt, sehen wir optimistisch in die Zukunft und halten die Projekte für solide finanzierbar.

Grüne: Aufgrund von Sanierungsverschleppung und einer nach den Standards unzureichenden Größe des Feuerwehrhauses in Reiskirchen entspricht dieses nicht mehr den Notwendigkeiten. Dem Raumbedarf des Bauhofes muss ebenso dringend Rechnung getragen werden. Auch muss die Beseitigung von gravierenden baulichen Mängeln der Gemeindeverwaltung erfolgen. Sollten die in den Jahren 2018 und 2019 gebildeten Rücklagen mit dem zu erwartenden Steueraufkommen in 2021 und 2022 für die notwendigen Projekte nicht ausreichen, sind die Hebesätze entsprechend anzupassen.

Der Ausbau des Betreuungsangebotes (links die Kita der Lebenshilfe) ist in Reiskirchen ebenso ein Thema wie die Ausweisung neuer Baugebiete (rechts der neu bebaute ehemalige Sportplatz).

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