Medzentrum kommt voran

  • Thomas Brückner
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Grünberg (tb). Jens Müll (FW) ist neuer Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses des Grünberger Stadtparlaments. Stellvertreter wurden absprachegemäß Amtsvorgängerin Birgit Otto (CDU) und Ingo Hensel (SPD).

Nach den Wahlen beriet der HFA den Gesellschaftsvertrag der Medzentrum Grünberg GmbH & Co. KG. Bekanntlich hatte die Stadt vor gut zwei Jahren das Gießener Unternehmen Ideenwelt Gesundheitsmarkt (IWG) mit der Realisierung eines Ärzte- und Gesundheitszentrums beauftragt. Im Juni 2020 wurde als nächster Step ein Vorvertrag geschlossen. Der eröffnete der Stadt die Möglichkeit, sich neben der IWG Medical Real Estate AG und der dpb Projekt GmbH als Kommanditistin zu beteiligen. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen freilich begrenzt auf eine Summe von 200 000 Euro.

Damit, so Bürgermeister Frank Ide, sichere man sich eine frühzeitige Information in der Gesellschafterversammlung. Und dazu eine angemessene Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg der noch zu gründenden Projektgesellschaft. Weitere Kommanditisten will die IWG nun einwerben, sei es doch absehbar, dass Eigenkapital bis zu einer Höhe von voraussichtlich sechs Millionen Euro benötigt werde.

»Einige Anfragen gibt es, auch von Grünbergern. Das Kapital ist sicher vorhanden«, betonte Ide vorm HFA. Und ebenso, dass eine Nachschusspflicht vertraglich ausgeschlossen sei. Das Risiko für die Stadt bleibe also auf 200 000 Euro begrenzt, sofern das Projekt wider Erwarten »den Bach runtergehen sollte«.

Erstbezug im Jahr 2023?

Nach der einstimmigen Empfehlung des Fachausschusses für den von Anwälten geprüften Vertrag - bei Enthaltung der CDU - scheint das Placet des Stadtparlaments sicher. Also geht es an die Gründung der Projektgesellschaft, an die die Stadt ihre Grundstücke im Karree zwischen Londorfer und Gießener Straße verkaufen will. Nächster Schritt wäre Ide zufolge die »konsequente Umsetzung« des Gesundheitscampus, also Planung des Neubaus und Akquise von Mietern, Ärzten, Physiotherapeuten und/oder Apotheken. Ide räumte auf Nachfrage aus dem HFA ein, dass hinter Letzterem noch Fragezeichen stünden. Viele Ärzte warteten noch ab, prüften etwa Raumbedarf oder wie sich die Nachfolgeregelung gestalte. Doch geht er davon aus, dass im zweiten Halbjahr, wenn nähere Konditionen (Preise etc.) bekannt seien, der eine oder andere Arzt auch »an Bord geht«.

Da es darum gehe, in Grünberg fehlende Fachärzte zu gewinnen, stehe die IWG auch mit Auswärtigen im Gespräch.

Zurzeit rechne man damit, dass fürs Erste der eine Gebäudetrakt zur Gießener Straße hin errichtet werde, bei entsprechender Nachfrage eine Erweiterung folge. Vorsichtig geschätzt, rechnet der Bürgermeister fürs Jahresende mit dem Start der Abrissarbeiten. »Parallel zur weiteren Mieterakquise, dann stellt sich raus, wo es langgeht.« Je Bauabschnitt sei mit einem Jahr zu kalkulieren, 2023 könnten also die ersten Ärzte einziehen.

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