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Schäfer Ottmar Wirth und seine tierischen Helfer auf dem Kirschenberg.

Magerrasen und Thymian profitieren

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Grünberg (pm). Ein ungewohntes Bild bot sich auf dem "Kirschenberg" bei Queckborn: Ruhig und gelassen steht dort der Schäfer Ottmar Wirth aus Villingen bei seinen Tieren. Er richtet immer mal wieder wenige Worte an einen seiner Hunde, der sofort reagiert und die Schafe in die gewünschte Richtung lenkt. Das ist schon mal notwendig, da die Tiere gerne das zarte Gras der Magerrasen fressen, aber ohne Aufforderung der Hunde eher nicht in die Himbeeren wollen. "Die müssen aber auch möglichst gut abgefressen werden", meint der Schäfer, denn das sei der ausdrückliche Wunsch der Landschaftspflegevereinigung (LPV) Gießen.

"Das stimmt so", erklärt Fabian Zech von der LPV, die das Management der Fläche für die Stadt Grünberg in den kommenden zehn Jahren innehat. All das, was die Schafe an Brombeeren und Wurzelaustrieben der ehemaligen Hecken nicht fressen, muss später von Hand mühsam entfernt werden. Die Fläche dient der Stadt als Ökokontomaßnahme; man schafft hier Vorratsausgleich für künftige Baugebiete. "Wir haben im vergangenen Winter mit dem örtlichen Naturschutzbund große Mengen an Hecken zurückschneiden lassen", so Fabian Zech. Außerdem drohte die Fläche, durch Brombeeren und Himbeeren weitgehend zuzuwachsen. Dem wurde jetzt Einhalt geboten. "Der Naturschutzbund Grünberg hat hervorragende Arbeit geleistet", versichert die LPV. Aber jeder Freistellung muss eine Nutzung des Grünlandes folgen, sonst wächst die Fläche wieder zu.

Deshalb hat man Schäfer Wirth engagiert, der mit seinen Schafen nun mindestens zweimal, manchmal auch dreimal jährlich abweidet. Ein schönes Bild, wie die Schafe dort unter den alten Kirschbäumen stehen.

Allerdings soll mit der Beweidung des "Kirschenbergs" nicht vorrangig die Obstfläche geschützt werden. Vielmehr geht es darum, den Magerrasen mit dem dort vorhandenen Thymian und weiteren interessanten Arten zu verbessern.

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