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Vier viergeschossige Mehrfamilienhäuser sieht die Planung einer Projektgesellschaft für die Brachfläche in der Gießener Straße in Grünberg, gegenüber vom Edeka-Markt, vor. Inklusive einer Aufschüttung würden die Anwohner auf eine gut 15 Meter hohe "Wand" schauen.

"Das ist uns zu mächtig"

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Grünberg(tb). Ein Ärgernis, immer wieder mal (auch) in der Stadtverordnetenversammlung Thema, könnte endlich beseitigt werden. Könnte, besteht doch das Potenzial für neue Diskussionen. Die Rede soll hier sein von jenem Grundstück im Gießener Weg, gegenüber vom Edeka-Markt, das seit schon gut zehn Jahren als Bauschuttdeponie zweckentfremdet ist. Eine private Projektgesellschaft will dem nun ein Ende bereiten, plant den Bau von vier Mehrfamilienhäusern - der Stadt jedoch erscheint das Vorhaben "zu mächtig". Gegenüber der zuständigen Genehmigungsbehörde beim Landkreis hat sie ihr Einvernehmen verweigert. Und hat recht bekommen.

Seit 28. Mai, bestätigte die Kreisbauaufsicht auf Anfrage dieser Zeitung zunächst, liege entsprechender Bauantrag vor. Danach sollen in der Willy-Brandt-Straße 1-9. vier immerhin vierstöckige Mehrfamilienhäuser mit jeweils elf Wohneinheiten errichtet werden. Zudem 36 Garagen, die - gewissermaßen als Lärmschutz - zur B 49 hin entstehen sollen.

Der gültige Bebauungsplan aber sieht nur bis zu drei Vollgeschosse vor. Im Grundsatz, erlaubt doch eine Ausnahmeregelung ein viertes Stockwerk: Das Dachgeschoss darf als Vollgeschoss gebaut werden, sofern die vorgeschriebenen Gebäudehöhen eingehalten werden.

Kein Seminarhotel zur WM

Darauf hebt nun auch die Kreisbauaufsicht ab: Zulässig seien vier Vollgeschosse nur, insofern die maximale Traufhöhe von zehn sowie die maximale Firsthöhe von 14 Metern nicht "gerissen" würden. Da die Antragstellerin allerdings eine Aufschüttung im - zur Willy-Brandt-Straße hin abschüssigen - Gelände vornehmen möchte, stimme die Stadt Grünberg dem Vorhaben nicht zu. In deren Sinne fällt sodann das Fazit der Bauaufsicht aus: "Unter den genannten Voraussetzungen ist eine Baugenehmigung nicht möglich."

Der Kreis hat die Projektgesellschaft aufgefordert, Stellung zu beziehen. Wie er gestern Abend dann auf Nachfrage mitteilte, seien zwischenzeitlich geänderte Pläne avisiert worden, diese lägen aber noch nicht vor.

Den "Einspruch" der Stadt begründete Grünbergs Bürgermeister Frank Ide gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung mit einer einfachen Rechnung: Vorgesehene Aufschüttung um 1,80 Meter addiert mit den 13,50 Meter hohen Gebäuden bedeute, dass die Anwohner der Willy-Brandt-Straße auf eine über 15 Meter hohe Wand aus vier versetzt errichteten Häusern schauten. "Das ist zu mächtig."

Zur Erinnerung: Der Bebauungsplan wurde bereits vor rund 15 Jahren zur Rechtskraft gebracht. In Rekordzeit und im Sinne einer Investorengruppe, die rechtzeitig zur Fußball-WM 2006 hier ein Seminarhotel bauen wollte. Daraus aber wurde nichts. Was auch für spätere Pläne eines Drogeriemarktes gilt; hier blockte die Stadt ab, mochte sie doch zunächst den Versuch einer Wiedereröffnung in der Altstadt abwarten. Der freilich war nach rund anderthalb Jahren ebenso gescheitert.

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