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Ulrike Sgodda-Theiß, Anna-Maria Walter und Hildegard Müller-Hillebrand (v. l.) musizieren.

Lehnheim feiert 50-jähriges Kirchenjubiläum

Grünberg (dis). Ein besonderes Jubiläum wurde nun in Lehnheim gefeiert: Vor 50 Jahren, am Reformationstag, wurde die Evangelische Kirche eingeweiht. Daran wurde am Sonntag in einem Gottesdienst erinnert. In seiner Predigt betonte Pfarrer Eberhard Hampe, eine Kirche vor Ort sei wichtig, stifte man doch damit für die Gemeinschaft ein geistliches Zentrum, Gott zu suchen.

Doch solle man nicht nur zurückschauen, das Leben und die Welt unterliege einem ständigen Wandel. Bedenklich sei es, dass Menschen gegenwärtig Angst hätten, ihre Meinung kundzutun, Verleumdungen oft an der Tagesordnung seien. Damit werde die innere Freiheit zunehmend bedroht und die Menschlichkeit bleibe auf der Strecke. Auch Staatsversagen, wie etwa bei der Pandemiebekämpfung sowie die falsche Einschätzung der Lage in Afghanistan bereite Unbehagen. Wenn Paragrafen über die Menschlichkeit gestellt würden, fehle der Mut zu eigenen Entscheidungen, bekräftigte der Pfarrer.

Kirchenvorsteherin Karin Kühn sprach all jenen Dank aus, die diese Kirche geplant, gebaut und mit Leben erfüllt haben. Während der Vorbereitung zu diesem Jubiläum habe sie von Karin Küstermann die Aufzeichnungen ihres Vaters bekommen. Zur Bauzeit war Willi Stühler Bürgermeister in Lehnheim und später auch im Kirchenvorstand. Dessen Rede zum 25-jährigen Bestehen könne man entnehmen, wie es zum Bau der Kirche kam.

Pfarrer Kurt Burlein und Propst Helmut Grün, damals noch Pfarrer im Vogelsberg, unterstützten demnach die Bemühungen der Lehnheimer nach Kräften, wobei eine möglichst weitgehende Eigenleistung der Gemeinde Bedingung der Kirchenleitung war. Der damalige Gemeindediener Friedrich Schneider bekam ein Schreiben der politischen und kirchlichen Gemeinde, in dem jeder Haushalt aufgefordert wurde, einen Tag an der Kirche mitzubauen. Konnte er dies nicht, musste er eine Ersatzperson benennen oder die Kosten für eine Arbeitskraft für einen Tag tragen, die sich auf 32 DM belief.

Dekan Norbert Heide und Präses Elke Sezanné gratulierten und übergaben zwei gefüllte Socken als Klingelbeutel an die Kirchengemeinde. Jens Colaklar vom Kirchenvorstand Grünberg überreichte einen Sommerflieder. Ortsvorsteherin Birgit Otto wies darauf hin, dass die Lehnheimer Kirche in einer Zeit entstand, in der man andernorts manche Kirche habe schließen wollen. Man könne den Willen und den Einsatz der damals Beteiligten nicht hoch genug einschätzen. Stadtrat Lothar Peter überbrachte für den verhinderten Bürgermeister Grüße der städtischen Gremien.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Trio Anna-Maria Walter (Violine), Hildegard Müller-Hillebrand (Cello) und Ulrike Sgodda-Theiß (Orgel). FOTO: DIS

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