Auf die Kombination von Online-Handel und stationärem Handel müssen sich zukünftig auch Händler einstellen. Die Studie hat ergeben, dass der traditionelle Handelskäufer aussterbe. Eine wichtige Information, um Leerstände wie diesen in der Grünberger Marktgasse zu verhindern.
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Auf die Kombination von Online-Handel und stationärem Handel müssen sich zukünftig auch Händler einstellen. Die Studie hat ergeben, dass der traditionelle Handelskäufer aussterbe. Eine wichtige Information, um Leerstände wie diesen in der Grünberger Marktgasse zu verhindern.

Befragung in Grünberg

Leerstände in den Innenstädten im Kreis Gießen: Befragung bringt mögliche Ursache ans Licht

  • vonHans-Joachim Losert
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Demografischer Wandel, Digitalisierung und verändertes Konsumverhalten sind Entwicklungen, die den Handel herausfordern. Warum kommen Besucher überhaupt noch in die Innenstadt?

Dieser und weiteren Fragen ist das IFH Köln mit der Untersuchung »Vitale Innenstädte« auch in Grünberg nachgegangen. Das Ergebnis dieser Untersuchung in Auszügen präsentierte Johanna Buckle als Leiterin des Stadtmarketings kürzlich bei der Hauptversammlung der Werbe-Gemeinschaft. Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Bedeutung des Online-Handels deutlich zugenommen hat, und sich parallel dazu Frequenzrückgänge fortsetzten. Es finde aber keine reine Verlagerung von stationären zu Online-Umsätzen statt. Vielmehr bestehen vielfältige Wechselwirkungen im Informations- und Kaufverhalten der Konsumenten. Cross-Channel sei die Zukunft. Der traditionelle Handelskäufer sterbe langfristig aus. Diese Entwicklung stelle den traditionellen Handel vor große Herausforderungen.

Befragung in Grünberg: Geschlechterunterschiede

In Grünberg wurden die Besucher an einem Donnerstag und Samstag befragt. Unterschiede ergaben sich dabei im Geschlecht. Während am Donnerstag vorwiegend Frauen die Innenstadt besuchten, waren es am Samstag Männer. Fast gleich waren das Durchschnittsalter von Mitte bis Ende 40 und die benutzten Verkehrsmittel Auto oder Motorrad. Als Gründe für den Besuch wurden Einkauf, Behördengänge, Arbeit oder Arzttermine angegeben. An beiden Tagen kamen Gäste ansonsten wegen der Gastronomie, samstags löste das Wohnen die Arzt- oder Behördengänge ab.

Ein Lichtblick für den heimischen Handel dürfte die Aussage vorwiegend am Samstag sein: »Nein, ich kaufe überhaupt nicht online ein«. Am Donnerstag wurde der Online-Handel zwar eingeräumt, aber bemerkt, dass man trotzdem die Innenstadt unverändert häufig besuche. Erkannt wurde dabei bereits, dass die Besucherlenkung und -information ab dem Bahnhof Grünberg verbessert werden soll.

Die meisten Kunden besuchen die Stadt täglich oder wöchentlich, gehen in zwei Geschäfte und halten sich ein bis zwei Stunden auf.

Befragung in Grünberg: Sauberkeit negativ bewertet

Das allgemeine Ambiente/Flair wurde im Hinblick auf Gebäude, Plätze oder Grünflächen und Lebendigkeit eher positiv bewertet. Die Sauberkeit und Orientierung vielmehr negativ. Als Reaktion hierauf wurden bereits weitere Wegweiser aufgestellt und Entfernungsangaben darauf ergänzt. Ein kostenloser Abreiß-Innenstadtplan ist erhältlich. Das Einzelhandelsangebot sahen die Besucher sehr positiv, bis auf den Bereich Drogeriewaren. Hier wird mit der Bebauung des ehemaligen Geldmachergeländes durch einen Drogeriemarkt Abhilfe schaffen. Das gastronomische Angebot bewerteten die Gäste mit der Durchschnittsnote von 2,3.

Befragung in Grünberg: Mehr Erlebnis beim Einkaufen

70 Prozent der Befragten gaben an, die Innenstadt wegen Veranstaltungen zu besuchen, ebenso viele verbinden die Visite in Verbindung mit dem gastronomischen Angebot.

Einen hohen Erlebnis- oder Unterhaltungswert sahen die Interviewten nicht. Hier reagierte man seitens des städtischen Stadtmarketings bereits mit der abgeschlossenen Entwicklung einer Actionbound-Stadtrallye, öffentliche Termine für Stadtführungen werden vermehrt angeboten.

Für 34 Prozent waren Online-Informationen über Geschäfte und ihre Angebote wichtig. Für überdurchschnittlich bedeutsam bezeichneten 48 Prozent das Sammeln von Treuepunkten oder Gutscheine und Angebote. Die Online-Bestellung von Waren mit Abholung in den Geschäften ordneten 20 Prozent als wesentlich ein. 27 Prozent würden gerne online prüfen, ob die gewünschte Ware vorrätig ist.

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