Anja Klöckner
+
Anja Klöckner

Aus dem Leben des Bildungsbürgers Erwin Stein

  • vonRedaktion
    schließen

Grünberg(dis). In einer Vortragsveranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Erwin Stein: "Minister - Richter - Stifter" im Museum im Spital referierte Prof. Anja Klöckner dieser Tage über Stein (1903 - 1992) als Bildungsbürger. Sie beleuchtete vor allem Herkunft, Weltanschauung und Wesenszüge des Grünbergers in jungen Jahren. Klöckner ist Inhaberin der Professur für Klassische Archäologie an der Goethe-Universität Frankfurt/Main und stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Erwin-Stein-Stiftung. Erst in dieser Position sei sie mit Stein in Berührung gekommen, der sich seinen Lebenshorizont durch die Bildung auf unterschiedlichen kulturellen Feldern erschloss, erläuterte sie.

Konfliktreiche Jahre

Stein sei in eine Zeit hineingeboren worden, die durch den Ersten Weltkrieg, den Untergang des Deutschen Kaiserreiches und die konfliktreichen Jahre der Weimarer Republik gekennzeichnet war. Einblicke in das Seelenleben Steins ermöglichten der Referentin dessen Tagebücher.

Sein Vater hatte schon früh die Zeichen der Zeit erkannt, dass man sich nur mit einer angesehenen beruflichen Stellung Reputation verschaffen konnte. Er trat in den Dienst der Deutschen Reichsbahn ein und brachte es bis zum Bahnmeister Erster Klasse. Der junge Stein litt unter den häufigen Wohnsitzwechseln der Familie: Dadurch kamen keine Freundschaften zustande und er fühlte sich einsam.

Stein besuchte viele Schulen, zuletzt von 1919-23 das renommierte Lessing-Gymnasium in Frankfurt und erhielt dort am 7. März 1922 das Abiturzeugnis. Es war Steins Bestreben, Eingang ins Bildungsbürgertum zu finden. Dies rekrutierte sich meist aus dem Protestantismus und stellte eine kulturelle Elite dar. Zunächst hatte er keine Vorstellung zur beruflichen Zukunft und wollte sich nur möglichst viel Bildung aneignen, um sich in der höheren Gesellschaft zu etablieren. Mit dem Jurastudium kam er den Vorstellungen seiner Eltern nach, die darin ein besseres Auskommen zur Familiengründung sahen. Stein freundete sich mit der Materie an, und schloss das Studium mit Erfolg ab. FOTO: DIS

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare