Landkreis fördert Erinnerungskultur

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"Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen", sagt der Philosoph und Schriftsteller George Santayana. Damit sich auch Jugendliche der Erinnerungskultur bewusst sind, bietet das Jugendbildungswerk des Landkreises Gießen seit 30 Jahren Gedenkstättenfahrten an. Ziel in diesem Jahr ist das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar – zwischen dem 20. und 24. August.

"Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen", sagt der Philosoph und Schriftsteller George Santayana. Damit sich auch Jugendliche der Erinnerungskultur bewusst sind, bietet das Jugendbildungswerk des Landkreises Gießen seit 30 Jahren Gedenkstättenfahrten an. Ziel in diesem Jahr ist das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar – zwischen dem 20. und 24. August.

Zielgruppe sind Jugendliche ab 14 Jahren. "Die Tatsache, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, macht das Erinnern umso wichtiger", sagt Jugenddezernent Hans-Peter Stock. Er betont die Bedeutung von Gedenkstättenfahrten: "Jugendliche müssen sich mit der nationalsozialistischen Geschichte Deutschlands auseinandersetzen. Gedenkstättenfahrten wirken nachhaltig, ermöglichen intensive Erfahrungen und verdeutlichen, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist." Die Fahrten seien wichtiger Bestandteil politischer Bildungsarbeit.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs war Buchenwald das größte Konzentrationslager im Deutschen Reich. An diesem Ort waren fast 280 000 Menschen gefangen, und über 56 000 Menschen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. Mit dem Lager sollten politische Gegner bekämpft, Juden, Sinti und Roma verfolgt sowie Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte ausgeschlossen werden. "Originalschauplätze machen die Verbrechen des Nationalsozialismus auf eindringliche Weise erfahrbar. Es ist uns deshalb wichtig, neben den gemeinsamen Besichtigungen und individuellen Recherchearbeiten, ausreichend Raum für Fragen, Gespräche und Reflexionsrunden zu bieten", erläutert Jugendbildungsreferentin Julia Erb.

Die fünftägige Gedenkstättenfahrt wird in Kooperation mit der Theo-Koch-Schule Grünberg und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen organisiert – und kostet 100 Euro (inklusive Übernachtungen, Verpflegung sowie Fahrt- und Programmkosten). Die Teilnehmer werden von drei Pädagogen begleitet. Am 16. Juni und 8. August finden Vorbereitungstage statt. Infos und Anmeldekarten sind auf der Internetseite des Jugendbildungswerks zu finden. Weitere Infos bei Jugendbildungsreferentin Julia Erb (Telefon 06 41/93 90-92 33 oder E-Mail julia.erb@lkgi.de). Anmeldeschluss ist der 15. Juni.

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