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Die jungen Forscher der Osterferien-Aktionswoche in Grünberg beobachten ihren selbstgebauten »Backpulver-Vulkan«.

Kleine Forscher haben großen Spaß

Grünberg (keh). Ein Berg aus aufgetürmter Erde steht auf dem Tisch in einem Raum des Kinder- und Jugendbüros. In der Mitte befindet sich eine Flasche gefüllt mit einem Päckchen Backpulver. Essig, gemischt mit roter Lebensmittelfarbe und ein bisschen Spüli, wird darüber gekippt und es passiert - erstmal nichts. Fünf Kinder, dicht um den Vulkan gedrängt, rätseln, was sie falsch gemacht haben, als dieser plötzlich hochgeht und anfängt, »glühende« rote Lava zu spucken.

Die jungen Forscher sind begeistert, das Experiment ist geglückt.

Der Workshop, an dem sie teilnehmen, heißt »Jugend forscht«, hat aber nichts mit dem gleichnamigen Wettbewerb zu tun.

Das Kinder- und Jugendbüro Grünberg bietet ihn im Rahmen der Osterferien-Aktionswoche an. Hier können Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren teilnehmen und in Kleingruppen Kurse wie Batiken, Waldbingo oder auch für Zaubertricks besuchen. Aufgrund der Pandemie sind die Workshops in diesem Jahr nur zwei Stunden lang und finden, sofern es das Wetter zulässt, draußen statt. Die kostenlosen Angebote werden dabei von der Stadt Grünberg finanziert.

Laut Kinder- und Jugendbüro-Mitarbeiterin Jennifer Staffa haben sich etwa 20 Kinder angemeldet. »Damit sie mal wieder zusammenkommen und Spaß haben in diesen Zeiten«, sagt Enrico Hofmann. Der ehrenamtliche Helfer hat die sechs Stationen für den »Jugend forscht«-Kurs alleine vorbereitet. Dabei hat er sich an Experimenten aus der »Sendung mit der Maus« orientiert. Denn die Kinder seien »nicht nur zum Spaß hier«, sie könnten durch die Versuche spielerisch auch etwas lernen.

Die fünf Mini-Forscher tragen allesamt Namensschilder, die verraten, dass es sich um waschechte Professoren handelt. So ist zum Beispiel ein Dr. med. vet Dreiling unter ihnen. Seine Profession ist natürlich die Tiermedizin und sein Fachgebiet, nicht ganz ernst gemeint, das Verkosten von Tierfutter. Dr. sc. phil. Zimmer ist hingegen auf das Schreiben von Glückskeks-Botschaften spezialisiert.

Strohhalm-Raketen

Nachdem der Vulkan doch noch ausgebrochen ist, geht es auch schon an die nächste Station. Neben einem Sack Kartoffeln liegen kleine LED-Lämpchen, Nägel und verschiedene Drähte auf dem Tisch. Was hat es mit diesem Experiment auf sich? »Das Licht geht an«, mutmaßt Dr. rer. hum. Müller. Tatsächlich, die Kinder sollen Batterien aus den Kartoffeln bauen.

Ihre von der Lebensmittelfarben-Lava rot gefärbten Hände stecken je einen Kupferdraht und einen Nagel in den Erdapfel. Doch auch dieses Experiment gestaltet sich anfangs schwierig, es wird kein Strom geleitet.

Jennifer Staffa versucht, die jungen Forscher zu motivieren. »So ist das eben in der Wissenschaft«, sagt sie, »da muss auch mal experimentiert werden.« Gesagt, getan. Da eine einzelne Kartoffel die Lampe nicht zum Leuchten bringt, verbindet Hofmann mehrere zu einer Reihenschaltung. Und siehe da, das LED-Lämpchen glimmt zumindest ein wenig. Dieser kleine Erfolg muss vorerst reichen.

Bei der nächsten Station geht es weniger um Forschung, dafür mehr um Spaß. Aus Plastikflaschen, Knete und Strohhalmen in verschiedenen Größen werden im Handumdrehen selbst gebaute Raketen. Sogleich steht ein Wettbewerb an: Welches Kind schießt seinen Strohhalm am weitesten? Dr. rer. sec. Pinks gewinnt dieses Duell - und weiter geht es zur nächsten Station.

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