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Polder nennt der Forst solche Stapel. Die Vermarktung der Rundhölzer aus seinem Stadtwald übergibt auch Grünberg der "Holzvermarktung Mittelhessen GmbH" mit Sitz in Solms.

Zu klein, um es selbst zu managen

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Grünberg (tb). "Wir sind zu klein, um allein auf dem Markt bestehen zu können", meint Frank Ide. Grünbergs Bürgermeister meint damit natürlich nur den mit 806 Hektar tatsächlich kleinen Gemeindewald. Weswegen der auch nur eine Nebenrolle spielt, für den städtischen Haushalt wie fürs Wirtschaftsleben der Kommune insgesamt, die immerhin den Status eines Mittelzentrums besitzt - gemeinsam mit Laubach. Die Nachbarstadt im Süden übrigens besitzt mit rund 2000 Hektar gleich zweieinhalbmal so viel Wald. Vor 20 Jahren schon hat sie sich von der Landesforstverwaltung getrennt und einen privaten Forstdienstleister beauftragt, der recht erfolgreich das "grüne Gold" der Stadt an den Mann bringt.

Kartellrechtliche Gründe (die GAZ berichtete) sind dafür verantwortlich, dass es jetzt auch zum Bruch zwischen Grünberg und Hessen Forst kommt - zumindest was die Vermarktung angeht. Tritt doch auch die Ostkreiskommune der erst in der Vorwoche gegründeten "Holzvermarktung Mittelhessen GmbH" mit Sitz in Solms bei.

Der Verkauf des Rundholzes soll somit zum weiteren Beispiel dafür werden, dass interkommunale Zusammenarbeit wirken kann. Bislang haben sich 23 Kommunen aus den Kreisen Lahn-Dill und Gießen zusammengefunden, doch könnten weitere noch hinzukommen. Verantwortlichkeiten und rechtliche Festlegungen liegen den Gesellschaftern - als Einlage zahlen sie jeweils 1000 Euro - inzwischen auf dem Tisch. Die Vermarktung selbst regelt dann ein Geschäftsplan.

Beförsterung weiter beim Land?

Entsprechender Vorlage des Magistrats und Empfehlung der Fachausschüsse sind Grünbergs Stadtverordnete in ihrer jüngsten Sitzung einmütig gefolgt. Mithin wurde die städtische Exekutive ermächtigt, "notwendigen Maßnahmen einzuleiten und die erforderlichen Verträge abzuschließen".

Eine "ortsnähere" Alternative, so Ide, wäre die Bildung von Forstbetriebsgemeinschaften gewesen. Eine Idee, die sich aber bald zerschlagen habe, seien die strukturellen Unterschiede in der Region doch zu groß. Womit der FW-Politiker die im Vogelsberg größere Zahl an Privatwaldbesitzern ansprach. Ebenso nicht infrage gekommen sei ein Beitritt zur Vermarktungsgesellschaft "Holzkontor" mit Sitz in Lollar, da die beiden Geschäftsführer mit den Kommunalwäldern von Lollar, Staufenberg, Buseck, Fernwald und Linden ausgelastet seien. "Mehr als fünf Kommunen geht nicht."

Also wechselt auch Grünberg zur "Holzvermarktung Mittelhessen GmbH", initiiert von der Gemeinde Solms. Nach den Worten Ides werde sich beim Verkauf nicht viel ändern, Stand jetzt sollten dafür dreieinhalb Stellen geschaffen werden. Appell an die Stadtväter: "Abwarten, wie es sich entwickelt!" Heißt auch, was dabei herausspringt.

Fix dagegen ist bereits ein weiterer monetärer Aspekt: Die Beförsterung des Stadtwaldes bleibt vorerst beim Landesbetrieb Hessen Forst, der bekanntermaßen in den nächsten zehn Jahren die Preise erhöht. Der Rathauschef: "Das werden immense Kosten." In zwei, drei Jahren könnte daher die Entscheidung anstehen, ob Grünberg auch dafür einen anderen Partner sucht und eventuell in Solms findet. Womöglich aber, so letztmals Ide, ziehe sich das Land ja von selbst aus dem Kommunalwald raus.

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