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Enthusiastisch gefeiert: die "Barrelhouse Jazzband" bei ihrem Auftritt in Grünberg.

Zum Jubiläum ein ganz besonderer Gast

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Grünberg (dis). Bereits in 25. Auflage ging am Samstag das jährliche Jazz-Meeting in der Grünberger Gallushalle über die Bühne. Als Veranstalter konnte der 1. Jazz-Club Grünberg die bundesweit bekannte "Barrelhouse Jazzband" aufbieten. Ein bemerkenswertes Jubiläumskonzert, bei dem die Protagonisten in einer nahezu voll besetzten Stadthalle enthusiastisch gefeiert wurden.

Als Bewahrer der Traditionen des frühen Jazz präsentiert die Band ein Repertoire, das von den Werken der großen Meister des "schwarzen Jazz" aus den 20ern bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts reicht. Genannt seien etwa Jelly Roll Morton, Louis Armstrong oder Duke Ellington. Doch auch Eigenkompositionen sind im Programm.

100 Jahre Jazzgeschichte

Der Vorsitzende des 1. Jazz-Club Grünberg, Wolfgang Knerr, zitierte bei seiner Begrüßung, was die Fachpresse über diese Band geschrieben hat. Nur ein Satz daraus sei hier wiedergegeben: "... als wenn sie selbst aus New-Orleans kommen würden". Wen wundert es also, dass die Stadt des Mardi Gras diese Musiker zu Ehrenbürgern ernannt hat.

Der erste Teil des Konzerts stand unter dem Motto "Best of Classic Jazz". Mit Klassikern des New-Orleans-Jazz und Swing bis zu eigenen Werken im Stile des Blues, Boogie-Woogie sowie mit kreolischem Anklängen boten die Musiker 100 Jahre mitreißende Jazzgeschichte.

In den 66 Jahren seit Gründung hat sich die "Barrelhouse Jazzband" nach eigenem Bekunden eines vor allem bewahrt: "kompromisslos Jazz zu spielen". Gemeint ist damit jener Stil, wie er von überwiegend schwarzen Interpreten und Komponisten des klassischen Jazz und frühen Swing gepflegt wurde. Nicht zu vergessen die spätere "New-Orleans-Renaissance", wie Bandleader und Moderator Reimer von Essen (Jahrgang 1940) wissen ließ.

Die Besucher des 25. Jazz-Meetings erfreuten sich an ausdrucksstarken Interpretationen einer Musik, die tief verwurzelt im Blues ist - versehen mit einem Quantum "Show". Die "Barrelhouse Jazzband" bewies auch in Grünberg, dass sie die Ursprünglichkeit und Lebendigkeit des Jazz bewahrt hat und überdies für die Bühne zu kultivieren weiß. Dabei hat sie eine ganz eigene Klangformel entwickelt, den typischen "Barrelhouse-Sound" mit Trompete und zwei Holzbläsern zur klassischen Vierer-Rhythmusgruppe. Gerne gibt die Band auch eine Prise karibischer Rhythmen und Melodien hinzu, wie bei "Tia Juana" von "Jelly Roll" Morton zu hören. In Grünberg spielte die Combo in der Besetzung Reimer von Essen (Klarinette und Altsaxofon), Horst Schwarz (Jahrgang 1939/ Trompete, Posaune und Gesang), Frank Selten (Jahrgang 1939/Saxofon und Klarinette), Christof Sänger (1962/Piano), Lindy Huppertsberg (1956/Kontrabass und Gesang), Roman Klöcker (1949/Gitarre und Banjo) sowie Michael Ehret (1969/Schlagzeug).

Ferner auf dem Programm standen Titel wie "Snag it" von Joe "King" Oliver, "Just gone" von Oliver und Johnson oder "Funky Shuffle" von Bandmitglied Horst Schwarz. Nicht zu vergessen "Caravan" von Juan Tizol und Duke Ellington, das von den Gästen mit stürmischen Applaus bedacht wurde.

Zwei Zugaben waren der Dank der Band für ein sachverständiges und begeistert mitgehendes Publikum. Am Ende dankte Knerr den Sponsoren sowie den Mitgliedern für deren ehrenamtlichen Einsatz. Eine Ausstellung mit Jazzbildern lockte im Foyer.

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