Karin Bautz
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Karin Bautz

"Jetzt wird deutlich, was für soziale Wesen wir sind"

  • vonLena Karber
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Grünberg(lkl). Die Corona-Pandemie hat den Alltag aller auf den Kopf gestellt. Das öffentliche Leben steht still, soziale Kontakte haben viele nur noch telefonisch oder online. An dieser Stelle gewähren Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen Einblicke in ihren neuen Alltag gewähren. Heute: Karin Bautz, Leiterin des Museums im Spital in Grünberg.

Frau Bautz, wie verläuft Ihr Tag normalerweise?

Normalerweise fahre ich an jedem Arbeitstag von Gießen nach Grünberg ins Museum. Meine Freizeit verbringe ich mit Nachbarn und mit Freunden, ich habe regelmäßige Termine, meine Yoga-Gruppe etwa. Und ich engagiere mich ehrenamtlich für den oberhessischen Geschichtsverein. Nicht nur aus beruflichen Gründen spielt das Kulturleben in Stadt und Kreis Gießen auch in meiner Freizeit eine große Rolle. Seien es Literatur- oder Theaterveranstaltungen, Ausstellungen oder Märkte. Außerdem habe ich häufig Kontakt zu meiner Familie.

Und wie sieht Ihr Alltag jetzt aus?

Als einzige fest angestellte Mitarbeiterin muss ich auch in diesen Zeiten manchmal vor Ort im Museum sein. Überwiegend arbeite ich jedoch im Homeoffice, momentan plane eine Sonderausstellung. Der gesamte Arbeitsalltag aber hat sich deutlich verändert, weil die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitern und der öffentliche Betrieb im Museum eingestellt ist. Man erledigt und plant am Schreibtisch - ohne zu wissen, ob Veranstaltungen überhaupt stattfinden oder zu welchem Zeitpunkt. Dies gilt zum Beispiel für den internationalen Museumstag am 17. Mai. Wir hoffen sehr, dass wir zumindest im zweiten Halbjahr unsere Aktivitäten wieder verbindlich ausführen können. Aber auch außerhalb der Arbeit ist das Leben wie bei allen deutlich isolierter, Kontakt halte ich vor allem über Telefon, E-Mail und durchaus auch über Briefpost. Und wie viele Menschen habe ich eine ganze Reihe von Projekten, um die ich mich jetzt kümmern will, etwa die Organisation meiner ganzen Fotos - digital wie online.

Was vermissen Sie am meisten?

Das gemeinsame Essen mit Freunden oder der Familie.

Was ist positiv?

Positiv ist, dass nun vielen klar wird, welchen Wert und auch Stellenwert die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Menschen hat. Jetzt wird deutlich, was für soziale Wesen wir sind. In anderen Zeiten wünscht man sich manchmal, einfach ein paar Stunden in Ruhe gelassen zu werden. Jetzt fällt uns ganz stark auf, wie wichtig und positiv Kontakte sind. Das ist gut. FOTO: PM

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