Jägervereinigung diskutiert über den Wolf

  • schließen

Grünberg(pm). "Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft?" Diese Frage diskutiert die Jägervereinigung Oberhessen am Dienstag, 11. Februar, mit zwei Experten in der Gallushalle in Grünberg. Beginn ist um 19 Uhr. An die Vorträge der Fachleute schließt sich eine Diskussion an. Dazu sind zusätzlich die jagdpolitischen Sprecher der hessischen Landtagsfraktionen eingeladen. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Hans-Dieter Pfannenstiel, Professor für Zoologie an der Freien Universität in Berlin, widmet sich in seinem Vortrag dem Thema des Abends. Uwe Müller, ehemaliger Rissgutachter für Thüringen, spricht über die Themen Verbreitung, Populationsentwicklung, Monitoring, Rissgeschehen und Rissgebutachtung sowie dem Umgang der Politik mit dem Thema "Wolf".

Obergrenzen in Nachbarländern

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat im Dezember neue Daten zum Wolf veröffentlicht. Demnach gab es im Frühjahr 2019: 105 Rudel, 25 Paare und 13 Einzeltiere. Auf Basis von Literaturwerten für Europa leben pro Rudel etwa acht bis zehn Tiere, schreibt die Jägervereinigung in der Einladung. Die Populationszuwachsrate liegt in Deutschland jährlich bei etwa 35 Prozent. Nach Hochrechnungen des Deutschen Jagdverbandes lebten im Frühsommer 2019 rund 1300 Wölfe in Deutschland. Im kommenden Frühsommer sind es folgerichtig auf Grundlage der Angaben des Bundesamtes dann knapp 1800.

In Deutschland hat sich damit ein Wolfsbestand etabliert, der weit über dem liege, der in anderen europäischen Ländern als Gesamtbestand zugelassen wird. Im Nachbarland Frankreich ist beispielsweise die Obergrenze von 500 Wölfen festgelegt.

Schweden - im Vergleich mit Deutschland etwa 25 Prozent größer, aber mit einer Bevölkerungsdichte von weniger als zehn Prozent - hat eine Obergrenze von 270 Tieren festgelegt.

Internationale Experten bestätigen laut Jägervereinigung, dass der Wolf in Europa keineswegs im Bestand bedroht sei und fordern "eine Kontrolle der Wolfbestände, um eine übermäßige Ausbreitung und Vermehrung zu verhindern. Andernfalls drohten in Haus- und Wildtierbeständen irreparable Schäden". Dennoch genieße der Wolf in Deutschland weiterhin die höchste Schutzstufe.

Da sich auch das Bundesland Hessen inzwischen von einem Wolfserwartungsland zu einem Wolfsland entwickelt habe, möchte die Jägervereinigung dieses Thema mit einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung aufarbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare