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Die Kirchengemeinde und die Stadt Grünberg hatten die Spendensammlung initiiert. Nun wurde den Brandopfern von Lumda der Betrag übergeben.

Grünberg

Grünberg rückt nach schwerem Brand zusammen: Spenden an Betroffene übergeben

  • VonHans-Joachim Losert
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Im Juni verlieren sieben Menschen bei einem Brand im Grünberger Stadtteil Lumda ihr Heim. Doch die Hilfsbreitschaft vor Ort ist groß.

Grünberg – Für die Bewohner ist es ein Trauma, das noch lange nicht überwunden ist: In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni brach in einem Mehrfamilienhaus im Grünberger Stadtteil Lumda ein Feuer aus. Eine Wohnung wurde total zerstört, zwei weitere durch Rauch und Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Bereits nach den ersten Löscharbeiten war klar, dass das Gebäude unbewohnbar ist.

Sieben Menschen hatten plötzlich kein Heim mehr, Einrichtung und Kleidung waren zerstört. Für sie wurden noch während des Feuerwehreinsatzes Notunterkünfte gesucht. Die Koordination oblag Bürgermeister Frank Ide, der noch in der Nacht an den Unglücksort eilte.

Daniela und Jochen Weinrich mit ihren Söhnen Marvin und Niklas traf es besonders hart. Sie wurden zunächst mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Dies konnten sie tags drauf verlassen und wurden zunächst von Freunden in Bobenhausen bei Ulrichstein aufgenommen. Inzwischen hatte Bürgermeister Ide beim ortsansässigen Gasthof Born nachgefragt. Die Betreiber stellten umgehend ein Haus in Stangenrod zur Verfügung. Dort lebte Familie Weinrich noch bis vor kurzem. Nun renoviert sie ein Haus in Atzenhain, das sie gemietet hat.

Oleg Rapcea, Bewohner der unteren Wohnung, wurde von seiner Schwester in Reiskirchen aufgenommen, verlor ein Teil seines Mobiliars und Kleidung durch Löschwasser. In Stangenrod wohnt auch Natalia Sippel mit ihrem Sohn Alexander, die über den Weinrichs ihr Zuhause hatten.

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Nach dem Brand rief die evangelische Kirchengemeinde Lumda gemeinsam mit der Stadt Grünberg zu Spenden auf. Am Donnerstag wurden nun 5250 Euro an die Brandopfer übergeben. Arthur Sommerfeld und Gretel Röhmig vom Kirchenvorstand brachten ihre Freude zum Ausdruck, dass die intakte Dorfgemeinschaft die Notlage erkannte und mit finanziellen Zuwendungen den Geschädigten half. Leicht habe man sich die Aufteilung nicht gemacht, sagte Sommerfeld. Überein kam man, jeweils 500 Euro an Oleg Rapcea und Natalia Sippel zu geben. 4250 Euro erhält Familie Weinrich, da sie den größten Schaden registrierte, zudem wie Rapcea nicht versichert war.

Bürgermeister Ide wies auf diese Einzelschicksale hin, die immer wieder durch Feuer und Wasser ihr Hab und Gut verlieren. Auch sie dürfe man nicht vergessen, wenn man derzeit über die große Flutkatastrophe rede. Den eingegangenen Betrag hatte Ide persönlich auf die Endsumme aufgerundet. Der Bürgermeister dankte der Kirchengemeinde Lumda und der Sparkasse Grünberg, die ein Konto eingerichtet hatte.

Die Geschädigten nahmen die Spenden gerührt entgegen. Jochen Weinrich betonte, man wisse nicht, wie man den Menschen danken könne, der Dorfgemeinschaft, die die Not ein wenig lindere. Auf die Frage, wie es ihnen heute geht, sagte Weinrich: »Wir fühlen uns ausgelaugt. Nach dem ersten Schock gilt es nun, nicht nur ein Haus zu renovieren, sondern auch alle Papiere neu zu beschaffen, um nur zwei Beispiele zu nennen«. In das Brandhaus am Ojenberg in Lumda wollen sie nicht zurückkehren. Zu viele Erinnerungen seien damit verbunden. Das Feuer ging wohl von einer defekten Steckdose aus.(fp)

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