Die Teams absolvieren im Therapie- und Trainingszentrum in Weitershain anspruchsvolle Prüfungsaufgaben. FOTO: PM
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Die Teams absolvieren im Therapie- und Trainingszentrum in Weitershain anspruchsvolle Prüfungsaufgaben. FOTO: PM

Gutes Stressmanagement gefragt

  • vonred Redaktion
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Grünberg/Buseck(pm). Unter der Leitung der Hundeforscherin Katrin Scholz und dem Verein "Mensch - Umwelt - Tier" (MUT) startete kürzlich eine neue Ausbildung zum Therapiehund-Team ("Mensch - Hund"), welche nach fünf Modulen nun mit der Prüfung erfolgreich endete. Erstmalig konnte Katrin Scholz die Ausbildung unter optimalen Bedingungen in ihrem Therapie- und Trainingszentrum in Weitershain anbieten. Schwerpunkt des ersten Moduls der Ausbildung war es zunächst, die Menschen, die aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik angereist waren, über Einsatzmöglichkeiten, rechtliche Grundlagen sowie über die Fähigkeiten, welche ein "Hund-Mensch-Team" haben muss, aufzuklären.

Kooperation mit Johanniter-Stift

Ziele der Ausbildung und prüfungsrelevante Themen wurden besprochen und teilweise direkt mit den Hunden auf dem Trainingsplatz im Therapiezentrum geübt. So ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung, ein gutes Stressmanagement für sich und seinen Hund zu entwickeln, um auf spätere Eventualitäten optimal vorbereitet zu sein. Dank Unterstützung des Johanniter-Stifts in Buseck wird es dem Trainingszentrum möglich gemacht, die Ausbildung auch in dessen Räumlichkeiten durchzuführen.

Hundetrainerin Scholz kann unter realen Bedingungen die Teams im Johanniter-Stift auf spätere Situationen in Einrichtungen wie diesen vorbereiten. So sollte ein Hund z. B. einen Rollstuhl kennenlernen und angstfrei neben ihm herlaufen können. Gehhilfen sollten dem Tier vertraut werden, aber auch Schrecksituationen, in denen ein Mensch schreit oder gar pöbelt, sollte Hund und Mensch nicht aus der Ruhe bringen. Ein guter Gehorsam beim Hund und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und seinem Hund sind Grundvoraussetzungen für eine verantwortungsvolle Arbeit mit Kindern, Menschen mit Behinderung oder Senioren. In weiteren Modulen wurde dies weiter umfassend mit den Teams geübt. Zudem erhielten die Hundeführer viel theoretisches Wissen, z. B. über Krankheiten, die sich von Hund auf Mensch oder umgekehrt übertragen können, oder wie ein Hygieneplan unter Berücksichtigung des Hundeeinsatzes für eine Institution entworfen wird. Auch rechtliche Grundlagen für den Einsatz mit dem Hund sind relevant und müssen von den Teilnehmern gelernt werden.

Die Mitglieder des Vereins MUT, der viele pädagogische Projekte in verschiedenen Einrichtungen im Landkreis Gießen mit seinen Therapiehunden anbietet, wissen, auf was es in der Arbeit mit den Tieren ankommt. "Wir begleiten die Ausbildung, da wir als Verein besonders überzeugt sind von den Inhalten der Ausbildung des Therapie- und Trainingszentrums Katrin Scholz", erläutert die Vorsitzende und Pädagogin Daniela Wilbers. Seit vielen Jahren vertraut auch die Lebenshilfe Gießen der Ausbildung; die Einrichtungen werden regelmäßig von Therapiehunden besucht.

Zehn Mensch-Hund-Teams traten nun zur Prüfung an. Dazu war eigens ein Prüfer aus Karlsruhe angereist. Dieser ist Leiter einer Jugendhilfeeinrichtung und bringt selbst langjährige Erfahrung in der tiergestützten Arbeit aus der Institution mit.

Der Pädagoge wurde von zehn Kindern begleitet, welche die Praxisteile der Prüfung mit viel Spaß tatkräftig unterstützten. Der Prüfer war begeistert, wie die Hunde sich im Zusammenspiel mit den Kids zeigten; er konnte auch in den restlichen Praxisteilen ein gutes Stressmanagement der Teams bewerten. Acht Teams bestanden die anspruchsvolle Prüfung.

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