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Gute Adresse für Sanierer

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Seit Jahren erwartet und schon mal knapp vorm Scheitern, soll es in diesem Sommer oder Frühherbst mit der Sanierung von Grünbergs wohl ältestem Haus endlich losgehen. Davon geht zumindest Bürgermeister Frank Ide namens der Bauherrin Stadt Grünberg aus. Nicht anders der Landkreis, der in der Barfüßergasse 3-5 bekanntlich das Altbauinformationszentrum (Albiz) einrichten will.

Grünberg Magistrat hat dafür jüngst die Weichen gestellt. Laut Rathauschef Frank Ide legte die »Stadtregierung« die Ausbauvariante für das Fachwerkhaus fest. An Kosten werden danach rund 1,15 Millionen Euro errechnet.

»Die Sanierungsmaßnahme«, unterstreicht der Verwaltungschef, »ist an die Finanzierungszusagen des Landesamtes für Denkmalpflege und des Kreises gebunden.« Grünbergs Anteil, finanziert aus dem Städtebauförderprogramm, beläuft sich auf rund 200 000 Euro. Was für den nahenden Start der Arbeiten spricht: Der Bauantrag ist gestellt.

Warum aber hat es so lange gedauert? Zu den Gründen für die Verzögerung verweist der Kreis auf GAZ-Nachfrage zunächst auf die Probleme, die die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Fördervereins bereitet hatten. Weiter: Bevor Planungsvarianten hätten erstellt und Kosten berechnet werden können, habe es vieler Untersuchungen des »denkmalrelevanten« Gebäudes bedurft. Schließlich hätten Abstimmungen mit dem Land als Fördermittelgeber ebenso Zeit gebraucht wie die Beschlüsse zur Finanzierung auf Stadt- wie auf Kreisebene.

Gut auch für die CO2-Bilanz

Als letzten Schritt hatte bekanntlich Ende 2020 der Kreistag dem Antrag auf Sanierung durch Kreis und Stadt Grünberg zugestimmt. Also konnten Landrätin Anita Schneider und Bürgermeister Ide soeben den Bauantrag unterschreiben.

Das 575 Jahre alte Fachwerkhaus soll zum Vorbild werden. Als »Schaubaustelle« soll es einen Beitrag leisten, dass sich Bürger für die Sanierung von Altbauten und Denkmälern interessieren. »Wer historische, denkmalgeschützte Gebäude sanieren möchte, sieht sich oft mit vielen rechtlichen, technischen und finanziellen Fragen konfrontiert«, wird Schneider in einer Pressemitteilung zitiert. Antworten darauf soll es künftig im Albiz geben.

Grünbergs Bürgermeister sieht in dem Kooperations- projekt auch einen großen Gewinn für Stadtentwicklung. Ide: »Das Anwesen bietet dafür das perfekte Ambiente. Es entsteht eine Anlaufstelle mit niedrigschwelligem und professionellem Angebot.«

In einer Dauerausstellung würden »artgerechte und substanzschonende Sanierungsmöglichkeiten anschaulich gemacht, wird im Weiteren Charlotte Bairstow (Untere Denkmalschutzbehörde) zitiert. Man wolle zeigen, »wie modernes Leben in Altbauten möglich ist. Nicht zuletzt ein Beitrag zum Klimaschutz: Schneider: »Da weit weniger Material produziert werden muss als bei einem Neubau, bessert dies die CO2-Bilanz.«

Die Finanzierung erfolgt neben der von Bund und Land gewährten Städtebauförderung über den Kreis, das Landesamt für Denkmalpflege und die Stiftung Denkmalschutz, die allein 50 000 Euro zusteuert. Los geht es mit dem Ausbau des Erdgeschosses. Dort sind u.a. eine Halle als Präsentationsraum, drei Büros und Sanitärräume inklusive barrierefreier Zugänge geplant. Sanierung von Gebäudehülle und Gewölbekeller sowie Treppenanbindungen ins Zwischen- und Obergeschoss stehen ferner auf der Agenda.

Der Kooperationsvertrag von Stadt und Kreis sieht nach Abschluss der Arbeiten die Überlassung des Gebäudes zur Nutzung durch den Kreis vor. »Dieser soll sich bei Betrieb und Weiterentwicklung gemäß seiner Satzung mit einbringen«, verlautete aus dem Kreishaus auf die Nachfrage zur Rolle des Fördervereins.

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