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Schauspieler Tim Bergmann liest aus »Muttertag«, einem Taunuskrimi von Nele Neuhaus.

Gruselige Schilderungen

  • VonHans-Joachim Losert
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Grünberg (fp). Auf einem Privatgrundstück in Königstein-Mammolshain werden fünf Leichen gefunden. Für das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander wird schnell klar, dass ein Serientäter für die Morde verantwortlich ist. In Grünberg bekamen fast 150 Zuhörer am Freitagabend in der Gallushalle einen Einblick in die Handlung des Krimis »Muttertag«, dem neunten Kriminalroman von Nele Neuhaus.

Und dies aus erster Hand, denn »Kripochef« Oliver von Bodenstein höchstpersönlich las, und zwar in Person des Schauspielers Tim Bergmann, der die Rolle in den Taunuskrimis seit 2013 für das ZDF verkörpert.

Die Fernsehausstrahlung von »Muttertag« ist für das Frühjahr 2022 geplant. Doch nicht nur die Lesung fesselte das Publikum, Bergmann nahm es auch mit zu Ausflügen auf den Filmset. Dabei fanden Anekdoten von den Drehtagen Eingang in den Vortrag. Dieser war Bestandteil der Ovag-Reihe »Leseland Gießen«.

Bergmann stieg in die Handlung ein, indem er sich an den Lieblingsort des Täters begab. Der hatte bereits 1981 mit dem Morden angefangen, erdrosselte das Mädchen Nora. Verdächtigt wurde Claas Reker, der mit Nora auf einem Boot unterwegs war. Dies brachte er durch Aufschaukeln zum Kentern und verschwand, ohne sich um das Mädchen zu kümmern. Das nutzte der Täter für sein perfides Werk.

Es folgt ein Sprung in das Jahr 2017. Die Leiche des 87 Jahre alten Theodor Reifenrath wird gefunden. Er scheint bereits seit mehreren Tagen tot zu sein. Auf Hinweis eines Nachbarmädchens sucht die Kripo nach »Becks«, dem Hund von Reifenrath. Dieser wird fast verhungert in seinem Zwinger gefunden.

Warum heißt der Hund Becks?

Bei der näheren Untersuchung abgenagter Knochen stellt man fest, dass es sich um menschliche Überreste handelt. Die Polizisten finden eine Betonplatte, unter der sich drei weitere Leichen befinden. Eine vierte Tote entdeckt man in einem Brunnenschacht. Die Ermittlungen ergeben, dass es sich dabei um Rita, die seit Muttertag 1995 verschwundene Ehefrau Reifenraths handelt. Sie wurde erschossen.

Die Obduktionen der anderen Leichen ergeben, dass diese durch Ertrinken starben. Der Mörder hatte sie vorher in Folie eingewickelt. Bergmann versetzte das Publikum an dieser Stelle in den Kopf des Täters, leitete über zum Mord an eine betrunkene Frau. Nach der Identifizierung der drei anderen Getöteten fällt der Verdacht erneut auf Claas Rekers. Bei der Überprüfung der Kontaktpersonen stoßen die Ermittler auf Fridtjof Reifenrath. Der CEO der Deutschen Effecten- und Handelsbank ist in verbotene Insidergeschäfte verwickelt. Bergmann verrät noch, dass das Ehepaar Reifenrath Dutzende von Pflegekindern beherbergte. Vor allem Rita Reifenrath bestrafte ungehorsame Kinder brutal.

Zwischen der Schilderung der grausamen Taten erzählte Bergmann von einigen Drehszenen. Bewundert habe er den Jungen, der bei der ersten Tat den Mörder spielte. Gruselig wurde es, als der Schauspieler von seiner Anwesenheit bei Leichensektionen in Berlin berichtete. Grund dafür war eine Rolle in Rechtsmedizinromanen. Eine Anekdote war die Szene mit Hund »Becks«. Das Haustier hieß so, weil sein Film-Herrchen eine Vorliebe für das gleichnamige Bier hatte.

Eingangs hatte Bürgermeister Frank Ide den Darsteller begrüßt. Er überreichte Bergmann einen Grünberg-Regenschirm und eine Flasche Gallusmarktbier. FOTO: FP

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