In Grünberg tut sich was.
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In Grünberg tut sich was.

Grünbergs Finanzen krisenfest

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Anders als vielerorts, wo Corona zu hohen Defiziten geführt hat, zeigen sich die Finanzen der Stadt Grünberg überraschend krisenresistent: Plante die Kämmerei bei Feststellung des ordentlichen Haushalts im Spätherbst 2020 noch mit einem Defizit von 565 000 Euro, so wird jetzt gar ein Überschuss von 41 000 Euro erwartet. Dies bei einem Etatvolumen von rund 33 Millionen Euro, wie Bürgermeister Frank Ide bei Einbringung des Nachtrags vor der Stadtverordnetenversammlung ausführte.

Verantwortlich für die erfreuliche Entwicklung sind in erster Linie unerwartet hohe Gewerbesteuereinnahmen von 4,8 Millionen Euro - ein Plus von 640 000 Euro netto. Freilich resultiert dieses vor allem aus Nachzahlungen aus dem Vorjahr, da viele Betriebe ihre Zahlungen wegen der Pandemie zunächst auf Null setzen konnten.

Diebsturm muss weiter warten

Ebenso unerwartet waren die um 228 000 Euro höheren Zuweisungen von Bund und Land sowie ein um 131 000 Euro reduziertes Defizit beim Stadtwald; Letzteres dank zusätzlicher Verkaufserlöse und Bundeszuschüsse.

Das ganze Bild allerdings wird sich erst später zusammenfügen, da genaue Zahlen zur Einkommensteuer noch fehlen. Allerdings sind im ersten Halbjahr schon mal 3,8 Millionen aufgelaufen, hatte Grünberg im ganzen Vorjahr 7,25 Millionen Euro erhalten.

Auch positiv: Der Kreditbedarf sinkt um 1,38 Millionen, die Nettoneuverschuldung auf 1,16 Millionen Euro. »Maximal«, so Ide. Deute doch einiges darauf hin, dass die Stadt am Ende genug liquide Mittel haben werde, auf Darlehen komplett verzichten könne.

Dass allerdings wieder einige Investitionen verschoben wurden, mithin Auszahlungen entfielen, sei angemerkt. Und dies beschränkt sich nicht nur auf den Diebsturm, dessen Sanierung schon das vierte Mal ausfällt, da zum vierten Mal Bundeszuschüsse nicht fließen. Erwähnt seien hier auch die Vertagung der Baugebietserschließung in Reinhardshain und vor allem der Erneuerung der Ortsdurchfahrten Lumda und Stangenrod, wofür die Stadt 839 000 Euro veranschlagt hatte.

Um 54 000 Euro verteuert sich die Unterhaltung der städtischen Liegenschaften, wofür Grünberg nun bereits 832 000 Euro aufwenden muss. Im Nachtrag abgebildet ist auch der Neubau des Feuerwehr-Stützpunktes in Lehnheim: Aktuell auf 3,5 Millionen taxiert, standen bisher nur 940 000 Euro für die Altplanung nur für Lehnheim im Haushalt. Eine kleine Trend-umkehr bietet sich bei der Kinderbetreuung dar. Dank erhöhter Bundeszuschüsse für coronabedingte Beitragsausfälle sinkt erstmals das Defizit, wenn auch nur um 22 000 auf 2,79 Millionen Euro. Apropos: Die Pandemie, aber auch Petrus haben für ein schlechtes Freibadjahr gesorgt, der Zuschussbedarf steigt um 90 000 auf 295 000 Euro. Gleiche Ursache, etwas weniger schlimme Folgen: Ob des Shutdowns nimmt die Stadt 50 000 Euro weniger Spielapparatesteuer ein.

Erwähnt sei am Ende das Harbacher Bürgerhaus, wofür der Ansatz um 100 000 auf 3,6 Millionen Euro erhöht wurde. Viel mehr dürfte aber nicht nachkommen, nähert sich der Neubau doch seiner Vollendung.

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