Noch sind die Lichter aus im Modehaus, doch schon im März sollen sie wieder angehen.
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Noch sind die Lichter aus im Modehaus, doch schon im März sollen sie wieder angehen.

Einzelhandel in der Krise

Beliebtes Modehaus im Kreis Gießen kommt zurück - Neustart mit 78 Jahren

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Bald nach dem ersten Shutdown im Frühjahr 2020 ging das Grünberger Modehaus Pepperone/Steinmetz Konkurs. Jetzt wagt der Eigner der Geschäftsimmobilie ein neues Konzept.

  • Das Modehaus Pepperone/Steinmetz in Grünberg soll im März diesen Jahres neu eröffnen.
  • Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 war es in Konkurs gegangen.
  • Rainer Steinmetz, Eigentümer der Immobilie, will mit 78 der neue alte Chef werden.

Grünberg – Ein Lichtblick in - zumindest was den stationären Einzelhandel angeht - dunkler Zeit: Das Modehaus Steinmetz in Grünberg, im Frühjahr 2020 in Konkurs gegangen, soll im März neu eröffnen. Also erhielte Grünbergs Zentrum einen wichtigen Frequenzbringer zurück. Voraussetzung ist natürlich das Ende des Shutdowns.

Grünberg: Neuer alter Chef für Modehaus Steinmetz

Eine von Optimismus begleitete Erwartung, genährt nicht zuletzt vom Nachholbedarf der Konsumenten, die auch Rainer Steinmetz hegt. Der Eigentümer der Geschäftsimmobilie will als neuer alter Chef den Schritt wagen. Der Textilkaufmann hatte 1965 an der Ecke Rabegasse/Judengasse seinen ersten Laden eröffnet, um sich wenige Jahre später und einige Meter weiter Richtung Marktplatz zu vergrößern. Heute ist er 78. »Es liegt im Interesse Grünbergs, dass ein gut eingeführtes Geschäft weiter existiert«, lautet seine lapidare Antwort auf die Frage nach seiner Motivation.

Also nimmt der Senior es auf sich, demnächst von früh bis spät den Laden am Laufen zu halten. Freilich in der Hoffnung, die Suche nach einem neuen Geschäftsführer werde doch noch von Erfolg gekrönt sein. Dass das Interesse heute so groß nicht ist, weiß der erfahrene Kaufmann. »Ja, es ist in Zeiten des Internets schwierig, doch ist das mit einem besseren Service auszugleichen.« Nicht zu vergessen sei der Hinweis, dass ebenso die Versuche gescheitert waren, eine Markenfirma zu finden, die in dem zweigeschossigen Geschäftshaus eine Filiale eröffnet. Der Standort in der Altstadt, das Fehlen eines Firmenparkplatzes, sei ihm zuvörderst als Begründung genannt worden.

Modehaus Steinmetz in Grünberg: Neben Damenmode bald auch Schuhe

Läuft alles glatt, werden also im März die Lichter im Modehaus wieder angehen, entstehen mithin drei Teilzeit- und eine Vollzeitstelle. Steinmetz setzt auf das bewährte Sortiment, auf Damenmode für Jung und Alt. Neu hinzu kommen Schuhe; hier kooperiert er mit Marika d’Amore.

Fürs Erste ungenutzt bleibt das Obergeschoss, wo sich zuvor die Herrenabteilung befand. »Dafür fehlt mir das Eigenkapital«, sagt der Grünberger. Und verweist auf jüngste sechsstellige Investitionen ins angegliederte Wohnhaus sowie den unerwarteten Konkurs im vergangenen Jahr.

Grünberg: Modehaus Steinmetz nach erstem Lockdown insolvent gegangen

Vor knapp neun Monaten, kurz nach dem ersten Shutdown, hatte der 2014 neu eingetretene Geschäftsführer von »Pepperone/Steinmetz« mangels Liquidität den Gang zum Amtsgericht antreten müssen. Das Verfahren, so Insolvenzverwalter Hans-Jörg Laudenbach, sei inzwischen weit gediehen, der Laden zurück an den Hauseigner gegangen, man befinde sich in der Abwicklung.

In Bälde, nach dem Placet des Amtsgerichts zum Schlussbericht, ist daher auch mit der Bedienung von Forderungen zu rechnen. »Dank eines erfolgreichen Schlussverkaufs«, so Laudenbach, »ist sogar ein bisschen Geld für die Gläubiger übrig geblieben.« Was allerdings nichts daran ändere, dass das Gros, darunter die Hausbank, auf wesentliche Teile ihrer Forderungen verzichten müsse. Einzige Ausnahme: Lieferanten, die über einen Eigentumsvorbehalt abgesichert waren.

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