Innenstadtleben

Grünberger kaufen zu wenig in Grünberg

Bis jetzt ist in der Innenstadt der Gallusstadt Leerstand von Geschäften noch kein großes Problem. Damit dies so bleibt, gibt es nun ein Uni-Projekt.

Wie kann man Leerstände in Grünberg vorbeugen und die Attraktivität der Innenstadt erhöhen? Dieser Frage widmeten sich in den vergangenen Monaten Studenten des Geomarketing-Seminars von Prof. Dr. Alexander Haas, dem Leiter der Professur für Marketing an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Nun wurden in Grünberg erste Ergebnisse präsentiert.

Die Seminarteilnehmer schauten sich die Situation in der Stadt genau an, verglichen diese mit anderen Städten und Gemeinden und befragten rund 300 Bürger über ihre Wahrnehmung der Kernstadt. Dabei wurde sich vor allem auf die Leerstandsproblematik in der Innenstadt konzentriert. Anscheinend ist das Thema aber nicht allzu akut: Acht Gebäude stehen derzeit leer. "Wir wollten präventiv etwas gegen das Problem tun, bevor es schlimmer wird", sagte Bürgermeister Frank Ide.

Schlüsselbetriebe fehlen

Eine wichtige Erkenntnis bei den Befragungen war zudem, dass die Grünberger über eine überdurchschnittliche Kaufkraft für Mittelhessen verfügen. Dem steht jedoch gegenüber, dass der Umsatz des Einzelhandels unter dem Mittel liegt – die Bürger gegeben also lieber in anderen Orten als in ihrer Stadt das Geld aus.

Was der Innenstadt fehlt, sind weitere Schlüsselbetriebe (sogenannte primary attraction). "Spezielle, überregionale Geschäfte haben eine Zugkraft für Besucher", erklärte Haas. Solche dienen als Frequenzbringer und sorgen damit auch für mehr Besucher. Auch ein Online-Angebot der Läden und freies Wlan könnten sich attraktivitätssteigernd auswirken – Online-Shopping würden aber laut den Befragten eher weniger genutzt und zudem dafür sorgen, dass weniger Besucher in die Stadt kämen. Auch könnte man sich auf die Themen Fachwerk, Fairtrade und Luftkurort konzentrieren, um mehr Besucher anzuziehen. Was bestehende Leerstände angeht, könnten bei diesen die Schaufenster attraktiver gestaltet werden, um diese zu kaschieren. Denn obwohl in Grünberg im Innenbereich nur acht Leerstände ermittelt wurden, befinden sich diese doch zum Teil an prägenden Stellen, wie beispielsweise der leerstehende Drogeriemarkt in der Marktgasse.

Konkretes? Fehlanzeige

Wer jetzt konkrete Handlungsempfehlungen erwartete, der wurde bei der Vorstellung enttäuscht: Von Anfang an war das Ziel der Untersuchung, langfristig Strategien zu entwickeln, mit denen Leerstände in Grünberg effektiv verringert werden können. "Mit dem demographischen Wandel wird dieses Thema auch hier in Grünberg immer wichtiger werden", sagte Ide. "Aber wir können jetzt schon Vorsorge treffen um die Problematik zu verringern".

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