+
Gewinnerin Julia Ide vor ihrem Geschäft in Lich. 

Gewinn

"Ich kriege hier gleich einen Herzinfarkt" - Radiosender verschafft Unternehmerin aus Grünberg Luft

  • schließen

Die durch die Corona-Krise arg gebeutelte Grünberger Braut-Stylistin Julia Ide muss für ein Jahr die Miete für ihren Laden in Lich nicht selbst zahlen. Radiosender HR3 übernimmt das.

Freude und Erleichterung sprudelten nur so aus ihr heraus. "Oh Gott", sagte Julia Ide, "ich kriege hier gleich einen Herzinfarkt." Was in der jungen Grünbergerin am Dienstag so viele Emotionen auslöste, war die Tatsache, dass sie bei der Aktion "Miete frei mit HR3" gewonnen hatte. Der Braut-Stylistin, die seit kurzem einen Laden in Lich betreibt, wird nun ein Jahr lang die Miete von knapp 400 Euro bezahlt.

Ide hat sich mit dem Laden in Lich einen Traum verwirklicht. Die Geschäfte liefen auch sehr gut an. Bis August sei sie ausgebucht gewesen, berichtet sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch vier Wochen nach der Eröffnung stehe sie nun vor dem Aus - wegen des Coronavirus seien ihr die Kundenaufträge und damit die Umsätze weggebrochen. Und seit Sonntag ist es ihr wegen der unmittelbaren Nähe zu den Kunden zudem untersagt, als Kosmetikerin zu arbeiten.

Wochenlange Renovierung

Zwei Jahre lang habe sie jeden Cent und jede Minute in das Projekt investiert, erzählt sie. Nach einem passenden Laden habe sie in Grünberg und Lich gesucht. Als dann in Lich das Versicherungsbüro geschlossen worden sei, habe sie die Chance ergriffen. "Zusammen mit meinem Mann, Freunden und der Familie haben wir den Laden im ältesten Fachwerkhaus von Lich in wochenlanger Arbeit renoviert". Um das Projekt zu bewerkstelligen, habe sie sich zudem Geld geliehen. Und so hat ihr wegen der Corona-Krise auch die vermeintlich geringe Miete von 395 Euro schlaflose Nächte beschert.

In einem Ortsteil von Schotten aufgewachsen, entschied sich die gelernte Bankkauffrau und studierte Marketingkauffrau vor sieben Jahren dazu, ihre eigentliche Leidenschaft zum Beruf zu machen, absolvierte eine Ausbildung zur Kosmetikerin, seit 2016 ist sie als "Schönmalerin", wie sich selbst bezeichnet, tätig.

Zudem arbeitet Ide noch Teilzeit in ihrem ursprünglichen Beruf im Büro eines kleinen Unternehmens - ein Anker gewissermaßen, der ihr derzeit sehr zupass kommt. Und noch etwas macht ihr Hoffnung: Kunden hätten versichert, ihr treu zu bleiben. Und auch für Hochzeiten in Nach-Corona-Zeiten sei sie schon vorgemerkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare