Grünberg »gibt sich die Kugel«

  • Thomas Brückner
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Grünberg (tb). Wird die Idee realisiert, ist Grünberg um ein Alleinstellungsmerkmal reicher. Wobei, mit Stellen hat dies weniger zu tun, eher mit Rollen: Die Rede ist von einer »XXL-Holzkugelbahn« hinab ins Brunnental. Eine Idee, mit der sich Grünberg als familienfreundliche Kommune positionieren möchte.

In den Fachausschüssen des Stadtparlaments ist das Projekt - eine Kooperation von Familienzentrum, Kinder- und Jugendbüro, Gemeinwesenarbeit und Stadtmarketing - auf Gegenliebe gestoßen. Gar eine einstimmige Beschlussempfehlung durften die Protokollführer notieren. Ob es aber umgesetzt wird, hängt vor allem von der Finanzierung, hier wiederum vor allem von erhofften Zuschüssen der EU ab. Die »grob geschätzten« Kosten belaufen sich immerhin auf 80 000 bis 90 000 Euro netto. Grünbergs Bürgermeister Frank Ide stellt denn auch klar: »Gibt es keine Förderung, ist die Sache gescheitert.«

Startpunkt der Bahn wäre am Brunnenhäuschen am Winterplatz, rund 50 Meter über der Talsohle. Von da aus würden die hölzernen Kugeln, nur der Schwerkraft folgend, dem Ziel am oberen Teich entgegen kullern. Doch nicht in einem Rutsch, sondern an fünf (thematischen) Erlebnisstationen abgebremst. Die Initiatoren erhoffen sich eine Attraktion vor allem für Familien mit Kindern. Also könnte das Brunnental - samt dem neuen Bildungs- und Erlebnisort »Wasserkunst« - noch mehr Besucher anlocken.

Grünbergs Tourismusbeauftragte Johanna Buckle und Silke Arbeiter-Löffert vom Kinder- und Jugendbüro sind bereits in der Lenkungsgruppe des Vereins »Gießener Land« vorstellig geworden. Die, so der Bürgermeister, sei »ganz angetan« gewesen.

Ganz wichtig ist das, schließlich befindet das Gremium über die Vergabe von EU-Zuschüssen aus dem LEADER-Programm zur Förderung ländlicher Räume. Auf positive Resonanz soll nicht minder das pädagogische Konzept gestoßen sein.

Angebunden ist dieses an die drei Grundprinzipien des Sebastian Kneipp: Leben im Einklang mit der Natur, Nachhaltigkeit, Achtsamkeit. Und es passt natürlich zum Umfeld, lädt doch im Brunnental ein Becken zum Wassertreten ein. Johanna Buckle: »Kneipp bietet sich für das pädagogische Konzept an. Grünberg ist ein Luftkurort, und die Kneipp-Lehre mit ihren fünf Säulen Bewegung, Ernährung, Balance, Heilpflanzen und Wasser ist im Brunnental allgegenwärtig.«

Für Jugendpflegerin Silke Arbeiter-Löffert tritt bei der »XXL-Bahn« das wichtige spielerische Element hinzu, nicht zuletzt an den Erlebnisstationen auf dem Weg abwärts. Wie die Pandemie gezeigt habe, gebe es einen Bedarf der Familien an mehr Outdoor-Aktivitäten. Der Bürgerpark Lich sei dafür ein Beleg.

Arbeiter-Löffert schreckt die Finanzierung nicht so sehr: Stellten sich Lücken ein, könne man auf weitere Budgets setzen - und auf ehrenamtliche Hilfe. »Hinter dem Projekt stehen viele engagierte Menschen.«

Stimmt morgen Abend auch das Stadtparlament zu, wird Grünberg zunächst den Antrag auf die EU-Förderung von voraussichtlich 75 Prozent stellen. Hernach würde das ins Auge gefasste Unternehmen in Schwäbisch Gmünd nach einem Vor-Ort-Termin ein konkretes Angebot abgeben. Was die konkrete Ausführung angeht, haben sich Grünbergs Stadtväter ebenso das letzte Wort ausbedungen wie bei der Bewilligung des städtischen Eigenanteils.

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