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Der Wasservorrat im Brunnental lässt die Blumen dort prächtig gedeihen.

Grünberg blüht

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Grünberg (pm). Seit über fünf Jahren findet man jedes Jahr im Stadtgebiet und in den Offenlandbereichen der Großgemeinde zahlreiche Blühflächen. Insekten und Kleinlebewesen bekommen dadurch Nahrung, das Stadtbild wird belebt, Spaziergänger erfreuen sich an den bunten Flächen. Die letzten beiden Sommer stellten jedoch eine Herausforderung an das Projekt dar, das durch die gute Kooperation zwischen dem Verein für landwirtschaftliche Fortbildung Grünberg, dem Bienenzuchtverein Grünberg und Umgebung, der Naturlandstiftung im Landkreis Gießen, dem Naturschutzausschuss des Jagdvereins Hubertus Gießen und Umgebung, der Stadt Grünberg sowie CropeScience Deutschland GmbH entstand: Die unterschiedlichen Sichtweisen der beteiligten Partner wurden in dem gemeinsamen Projekt zusammengeführt und dem Ziel untergeordnet, einen Beitrag zur Verbesserung des Biodiversität leisten zu wollen.

Im Frühjahr gab es 2018 und 2019 oft schon sehr trockene Phasen, die Aussaat musste gut überlegt werden. Dabei stand 2019 noch etwas besser da. Aber dann kam der lang anhaltende Sommer mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag. 2018 wurde der Versuch unternommen, durch die Feuerwehr zumindest die innerstädtischen Flächen zu bewässern - ein Tropfen auf den heißen Stein. Die bunte Vielfalt der Pflanzen litt auch 2019 wieder unter der Trockenheit.

Nahrung für Insekten

Dass das Wasser ein wesentlicher Faktor zum Gelingen des Projektes ist, zeigt sich in diesem Jahr an einer Blühfläche, die Ottfried Weber, Vorsitzender der Naturlandstiftung, auf einem privaten Grundstück im Brunnental angelegt hat. Der Wasservorrat dort lässt die Blumen prächtig gedeihen.

Doch es ist nicht so, dass die Blühstreifen keinen Nutzen haben, die nun zum Ausgang des Sommers nicht mehr in vollem Glanz stehen. Betrachtet man sie sich genauer, so stellt man fest, dass es dort vor Käfern und Insekten wimmelt, die in den Samen der abgeblühten Pflanzen genügend Nahrung finden. "Wenn die Natur eine Chance haben soll", resümierte Gabriele Winter (Naturlandstiftung Gießen), "so müssen wir unseren Schönheitsbegriff überdenken. Disteln, Brennnesseln, Brachflächen und nicht gemähte Grünstreifen am Wegesrand sind das Paradies für viele Tierarten."

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