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In Hörweite der A 5: Udo Schomber, Thomas Benz, Thomas Kreuder, Frank Ide, Andreas Hübl und Florian Langecker (v. l.), Bürgermeister und Erste Beigeordnete von Allendorf/Lumda, Grünberg und Rabenau, unterzeichnen den Vertrag fürs interkommunale Gewerbegebiet an Autobahnauffahrt bei Lumda.

Größte Hürden genommen

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg (tb). Seit über 20 Jahren träumen Grünbergs Politiker einen Traum. Und spätestens mit der offiziellen Eröffnung der Autobahnzufahrt bei Lumda 2004 begann er, festere Gestalt anzunehmen. Die Rede ist, natürlich, von einem Gewerbegebiet, mit direktem Anschluss an die wichtige Nord-Süd-Verbindung A 5, mitten in Deutschland.

16 Jahre später ist eines der größten Hindernisse beseitigt, konnten die Grundstücksverhandlungen zum guten Ende geführt werden. Keine Probleme bereiteten dagegen die Verhandlungen zwischen den Gemeinden Grünberg, Rabenau und Allendorf/Lumda. Bekanntlich hatte der RP die Umwidmung der Wiesen und Äcker nur unter der Prämisse genehmigt, es entstehe daraus ein interkommunales Gewergebiet. Dass man sich einig geworden ist, dafür wurde gestern der Beweis erbracht: In Hörweite der Autobahn unterzeichneten die Bürgermeister und Ersten Beigeordneten den öffentlich-rechtlichen Vertrag.

Wie von den »Parlamenten« beschlossen, ist darin vor allem eines geregelt: die Verteilung der Gewerbesteuer nach Einwohnerzahlen. Einzig der Gallusstadt fließt dagegen die Grundsteuer zu; der Hinweis, schließlich habe Grünberg alle administrativen Vorarbeiten und die Vorfinanzierung bestritten, hatte gezogen.

Ein freudiger Tag sei dies, bestätigte gestern Bürgermeister Ide. Fürs nächste Jahr rechnet er mit der Erschließung, für 2023 hofft er auf die ersten Ansiedlungen. Zuvor freilich ist die Bebauungsplan zur Satzungsreife zu führen. Sodann hat Grünbergs Politik eine schwere Entscheidung zu treffen: Finanzieren wir die vor Jahren bereits auf rund fünf Millionen geschätzte Erschließung oder beauftragen wir einen Projektierer, der auch die Vermarktung übernimmt?

Logistiker haben bereits angeklopft

Wie vom Stadtparlament bereits beschlossen, soll des Gewerbegebiet nicht nur eine ökologisch-nachhaltige Prägung erfahren, es ist zudem eine Arbeitsgruppe mit der Formulierung der Vergabekriterien zu bilden. Die soll im Mai/Juni aus Vertretern der neu gewählten Gemeindevertretungen gebildet werden. Ide könnte sich ein Punktesystem vorstellen, in dem etwa regionale Wertschöpfung oder die Zahl der Arbeitsplätze gewichtet würden. Dass zwar riesige Hallen wie in Lich ausgeschlossen seien, nicht aber per se die Logistikbranche, merkte er auf Nachfrage an. Gebe es doch Unternehmen, die bereits auf 50 000 oder 80 000 Quadratmetern 250 Arbeitsplätze schafften.

Erste Interessenten haben bereits angeklopft. Keine Überraschung, auch die aus besagter Branche: »Wenn wir wollten, könnten wir schon morgen verkaufen, zum Teil bieten sie auch die komplette Erschließung an«, verriet Ide.

Zurück zum größeren Hindernis, den Grundstücksverhandlungen. Die hatten sich mehr als zehn Jahre hingezogen, waren mehr als einmal gescheitert und hatten 2015 gar zur Verlegung des Plangebiets von der südlichen auf die nördliche Seite der A 5 geführt.

Da auch dort ein einziger Landwirt, im Besitz einer unabdingbaren zentralen Fläche, den Verkauf abgelehnt hatte, leitete man die Baulandumlegung ein. Vom Amt für Bodenmanagement verantwortet, konnte das Verfahren jetzt zu einem guten Ende geführt worden. Der Landwirt hat dem Vernehmen nach dem ausgehandelten Wertausgleich inklusive Übereignung einer externen Fläche zugestimmt.

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