Mittelhessen-Buch

Tim Frühling präsentiert in neuem Buch "111 Orte in Mittelhessen, die man gesehen haben muss"

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  • Patrick Dehnhardt
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Mittelhessen ist einfach sehenswert. Dies findet auch Moderator Tim Frühling. In einer Stadt im Landkreis Gießen würde er sich besonders wohlfühlen.

Man kennt ihn als fröhlichen Wettermann der "Hessenschau", bei dem einen als Zuschauer sogar die Ankündigung von sieben Tagen Regenwetter nicht mehr ganz so sehr aufs Gemüt schlägt: Tim Frühling. Doch nicht nur hier und als Radiomoderator, sondern auch als Schriftsteller hat er sich einen Namen gemacht. Seinen Kommissar Rohde aus Bad Hersfeld hat er bereits in drei Krimis auf Ermittlung geschickt. Nun präsentiert Frühling sein neues Buch "111 Orte in Mittelhessen, die man gesehen haben muss". Für die Premierenlesung kam nur ein ebenso besonderer Ort infrage: die Versandhalle der "Gießener Allgemeinen Zeitung".

Die Lahneiche als Denkmal einer gescheiterten Stadt

Bis Tim Frühling hier am 25. März vor 180 Zuhörern die ersten Zeilen vortragen wird, war es allerdings ein langer Weg. Über Monate war er regelmäßig in Mittelhessen unterwegs. Warum genau diese Region? "Das hatte ich dem Verlag selbst vorgeschlagen", sagt Frühling. Er hat bereits ein Buch mit "111 Orten in Osthessen" veröffentlicht. "Für den Vogelsberg und die Wetterau gab es schon eins. Nur Mittelhessen fehlte noch."

Dass er selbst kein Mittelhesse ist – aufgewachsen in Schwaben, seit Jahrzehnten wohnhaft in Frankfurt – sieht er als Vorteil: Wenn man in der Region wohnt, würde man schnell für deren Schönheiten und Besonderheiten betriebsblind werden. "Ein Gießener weiß insgesamt mehr über seine Stadt, aber ich kann ihm zu deren Besonderheiten noch etwas berichten."

Sammlerwelt machte dicht, bevor sie es ins Buch schaffte

Frühling wollte möglichst aus jeder Stadt und Gemeinde einen besonderen Ort präsentieren. Doch welches touristische Ziel fällt einem zum Beispiel bei Linden ein? "Man muss zwischen Klassikern und unbekannten Dingen unterscheiden", sagt er. "Den Schiffenberg kennt jeder. Darum habe ich ihn draußen gelassen. Das Portal der evangelischen Kirche Großen-Linden kennt dagegen nicht jeder." Dass man nicht mehr genau weiß, welche Figuren darauf zu erkennen sind, ist für Frühling hier die Besonderheit – denn jeder Pfarrer hat etwas eigenes hineingedeutet. "Diese Geschichten machen mir Spaß."

Zur Geschichte Mittelhessens gehört das gescheiterte Projekt Stadt Lahn. Doch wie will man so etwas an einem Ort fotografisch festmachen? Frühling hatte in den "Notizen aus der Provinz" der Gießener Allgemeinen vor einem Jahr ein Verkehrsschild gesehen, auf dem Gießen noch als Stadtteil von Lahn ausgeschildert war. "Doch so ein Schild kann am nächsten Tag weg sein." Nach einigem Suchen hat er am Dutenhofener See die "Lahneiche" gefunden. Die haben einst Menschen zusammen mit einem Gedenkstein gesetzt, die sich über das Ende der Städtefusion Gießen-Wetzlar freuten. Während dieser Ort noch Jahrzehnte ein Anlaufpunkt sein dürfte, verschwinden manche auch. Frühling wollte etwa die Sammler- und Hobbywelt Alten-Buseck in sein Buch aufnehmen – doch machte die während der Recherchen dicht.

Noch wesentlich mehr Orte in Reserve

Dennoch hatte er keine Probleme, 111 Orte zu finden: "Ich hatte Notizen für 150." Zusammen mit seiner Mutter Christine Frühling ging es schließlich daran, von allen Orten Bilder zu machen. Die gelernte Fotografin hatte dies bereits für "111 Orte in Osthessen" übernommen. Wer da an einen gemütlichen gemeinsamen Urlaub denkt, liegt falsch: Zehn Stunden am Tag war man unterwegs. "80 bis 90 Fotos sind in sieben Tagen Rundreise entstanden", sagt Christine Frühling. Jedoch erleichterte eine Sache dies enorm: "Die Mittelhessen sind unheimlich nett, egal wo man hinkommt. Das ist sehr angenehm."

Grünberg würde Tim Frühling gefallen

Bei so viel Zeit in Mittelhessen, kommt man da nicht in Versuchung, auch hierher zu ziehen? Tatsächlich hat Frühling einen Ort gefunden, der ihm besonders gefallen hat: "Grünberg ist wunderschön, hat eine belebte Altstadt und viel Lebensqualität. Das würde mir schon als Wohnort gefallen." So lange er jedoch täglich nach Frankfurt pendeln müsste dürfte es beim Wunsch bleiben: "Die A 5 ist so eine furchtbare Autobahn."

Doch für freie Tage bleibt Mittelhessen mit seinen zahlreichen tollen Orten für Frühling eine der Lieblingsadressen für einen Ausflug. "Außerdem haben meine Mutter und ich hier unseren Lieblings-Italiener gefunden."

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