Die Kränzchenfrauen (v. r.) Rotraud Nau, Christel Slepica, Gerlinde Röhm, Gisela Zimmer, Helene Fritz, Gisela Fritz, Edith Pauler, Gisela Fitzthum und Inge Zimmer (die Aufnahme datiert aus 2015). FOTO: PM
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Die Kränzchenfrauen (v. r.) Rotraud Nau, Christel Slepica, Gerlinde Röhm, Gisela Zimmer, Helene Fritz, Gisela Fritz, Edith Pauler, Gisela Fitzthum und Inge Zimmer (die Aufnahme datiert aus 2015). FOTO: PM

Ein fröhliches Kränzchen

  • vonred Redaktion
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Grünberg/Laubach/Lich/Reiskirchen(pm). Eigentlich sollte dieses Jubiläum gebührend gefeiert werden, doch auch hier machte das Coronavirus alle Pläne zunichte. Der 50. Geburtstag von "Club 70", einem Kränzchen von neun Frauen aus Grünberg, Lauter, Ober-Bessingen und Ettingshausen, wäre sicher Grund genug gewesen für eine würdige Feier mit Erinnerungen an viele gemeinsame Stunden in den vergangenen 50 Jahren. Von allen Überlegungen für eine schöne Feier dieses Jubiläums war nur ein kleiner Ausflug im vergangenen Sommer zu Anneroses Garten in Eichelsachsen übrig geblieben.

Im Jahr 1970 beschlossen die vier ehemaligen Bankangestellten Gisela Fitzthum, Gisela Zimmer, Christel Slepica und Rotraud Nau, sich einmal im Monat zum Gedankenaustausch zu treffen. Dazu gesellten sich dann noch Inge Zimmer, Gerlinde Röhm und Helene Fritz. Alle waren sie berufstätig gewesen und nun wegen der Geburt ihrer Kinder daheim geblieben. Ab sofort war dieses monatliche "Kränzchen" eine willkommene Abwechslung zum Hausfrauendasein.

Durch das gute Verhältnis untereinander wurden die Treffen allmählich erweitert. So gehörte die Wanderung am 1. Mai mit Ehemännern sowie Kind und Kegel, das Anfeiern des Gallusmarktes und die Silvesterfeier zum festen Bestandteil des jährlichen Programms.

Wie erfolgreich die Integration zwischen Hessen und Sudetendeutschen 25 Jahre nach Kriegsende schon gelungen war, zeigt die Zusammensetzung der Ehepaare. So gibt es neben zwei hessischen und einem sudetendeutschen Ehepaar noch vier gemischte Pärchen aus hiesigen und Heimatvertriebenen Partnern. Zwei weitere Frauen, Gisela Fritz und Edith Pauler, ergänzten später noch den fröhlichen Frauenclub.

Viele Erinnerungen

Gemeinsame Tagesausflüge und auch Mehrtagefahrten sind allen noch in guter Erinnerung. Eine besondere Fahrt war die Reise aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums im Mai 1990 nach Berlin. Hier konnte man die Geschichte förmlich mit Händen greifen und auch noch Mauerreste als Erinnerungsstücke mit nach Hause nehmen. Weitere Höhepunkte waren die runden Geburtstage der einzelnen Frauen. Ohne einen Sketch von den Freundinnen wären diese Feiern nicht denkbar gewesen. Noch ein Höhepunkt war der jährliche Bescherungsabend im Advent. Jede hatte sich ein kleines Geschenk für die andern einfallen lassen, wobei sich alle schon auf selbst gebastelte Strohsterne freuten.

Inzwischen musste aber leider auch schon Abschied genommen werden. Christel Slepica starb im März 2017 und hinterließ eine schmerzliche Lücke. Ihre ruhige und gelassene Art wird im Kreis der Frauen nach wie vor vermisst.

Bei der Gründung von "Club 70" hätten die Frauen nicht zu hoffen gewagt, dass sie einmal das 50-jährige Jubiläum feiern könnten, dass es dann aber wegen eines bösartigen Virus nicht zustande käme, war damals jenseits aller Vorstellungskraft.

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