Premiere: Lisa Keil liest aus "Hin und nicht weg". FOTO: FP
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Premiere: Lisa Keil liest aus "Hin und nicht weg". FOTO: FP

Frau Doktor, die Hochzeit und das liebe Vieh

  • vonHans-Joachim Losert
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Grünberg(fp). Tierarzt Rob Schürmann ist der freudloseste Trauzeuge alle Zeiten. Er begleitet seine beste Freundin Kaya zum Altar und wünscht sich, dass sie glücklich wird. Andererseits ist er verzweifelt, hat er doch große Gefühle für die Braut entwickelt.

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Bestsellerautorin, Tierärztin und Pferdefreundin Lisa Keil las am Samstagabend in Grünberg erstmals aus ihrem neuen Roman "Hin und nicht weg. Auf den Rasenplatz des Reit- und Fahrvereins lauschten rund 30 Zuhörerinnen der Liebesgeschichte, ein Gast bildete die männliche Ausnahme. Für die Autorin und den Verein fielen coronabedingt viele Veranstaltungen aus, so waren Keil und die erste Vorsitzende des Vereins, Sabine Müller, erfreut, mit dieser bundesweiten Premiere einen hochwertigen Ersatz bieten zu können.

Zurück zum Roman: Bei der Hochzeitsfeier lernt der Tierarzt Anabel kennen, die Cousine des Bräutigams. Die fällt auf durch ihr Kleid, die lila Haare und ihre Piercings. Während des Gesprächs ruft Schürmanns Kollegin Caro an und Rob übernimmt einen Notfall, bei dem ein verletztes Pferd behandelt werden muss. Auf Bitten von Anabel nimmt er sie mit, denn sie findet es bei dem Hochzeitsfest öde. Mit ihrer Ausbildung als Krankenschwester schlägt sich Anabel bei der Behandlung des Tieres sehr gut und Rob macht ihr ein Jobangebot. Es beginnt mit einer Win-win-Situation für beide, klar, dass diese schon bald im Chaos endet.

In ihrem ersten Roman hat Lisa Keil den Tierarzt unglücklich zurückgelassen. In ihrem zweiten Buch rückt sie ihn in das Zentrum der Handlung. In ihren Geschichten wechselt Keil die Perspektive; in der Lesung erzählt nun Anabel. Die war aus ihrer Berliner Wohngemeinschaft geflüchtet und trifft dann bei der Hochzeitsgesellschaft auf ihren Vater, bei dem sie Schulden hat. Der erinnert sie, dass sie ihm zugesagt hatte, sich beruflich neu zu orientieren. Deshalb schätzt er das Jobangebot von Rob durchaus positiv ein.

Die Verfasserin streut an dieser Stelle einen Außeneinsatz ein, den sie normalerweise in Lesungen weglässt. Beim Publikum kommt die Geschichte mit einem weiteren verletzten Pferd gut an. Die Szenen aus dem Tierarztleben seien alle durch ihren Beruf inspiriert, verrät Keil und leitet zum letzten großen Abschnitt an diesem Abend über. In diesem werden Rob und Anabel zu einer kalbenden Kuh gerufen, bei der tierärztliche Hilfe nötig ist. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Geburt des kleinen Bullen "Mitternacht" kommen sich die beiden näher, werden jedoch durch den Bauern gestört.

Wie es mit dem Tierarzt und der Krankenschwester weitergeht, wird nicht verraten. Die Autorin verschweigt jedoch nicht, dass das Kalb eine wichtige Nebenrolle spielen wird. Zuem sichert sie ein turbulentes Leben mit Tierarztszenen zu. Nach der Lesung gab Lisa Keil ihrem Publikum die Möglichkeit zum Fragenstellen, was rege genutzt wurde. Dabei verriet sie ein drittes Buch sei in Arbeit. Es soll im Spätsommer 2021 erscheinen.

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