Forderungen ans Kultusministerium

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Grünberg (pm). Das Kollegium der Theo-Koch-Schule (TKS) in Grünberg hat sich in einem offenen Brief an das hessische Kultusministerium gewandt und von Minister Alexander Lorz die unverzügliche Wahrung der »Fürsorgepflicht gegenüber den Landesbeamten und Bediensteten« gefordert. »Sie müssen ernsthaft auch Verantwortung gegenüber den Schülern und ihren Familien übernehmen«, schreiben die Lehrkräfte.

Seit Beginn der Pandemie versuche man trotz allem die Schüler bestmöglich zu fördern und zu unterstützen. »Dabei ist die physische und psychische Belastungsgrenze schon bei vielen längst überschritten.« Bereits die aktuelle Umsetzung der teilweisen Schulöffnung ohne geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz gefährde Lehrkräfte, Schüler und alle Familien, heißt es in dem Brief.

Auch aufgrund der sich ausbreitenden britischen Mutation, die als weitaus ansteckender gilt, und der Einschätzung führender Wissenschaftler, dass sich Deutschland am Beginn einer dritten Welle befindet, seien weitere Öffnungsschritte zum aktuellen Zeitpunkt nicht vertretbar. Zudem sei noch niemand geimpft, noch gebe es keine täglichen Tests für alle, das Tragen medizinischer Masken sei lediglich eine Empfehlung.

»Epidemiologische Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts werden in Bund und Ländern anscheinend bewusst negiert«, heißt es in dem Brief. Etwa die Tatsache, dass prinzipiell auch Schüler empfänglich für eine Infektion mit SARS-CoV-2 sind und andere infizieren können. Dem Kultusministerium und dem Schulträger werfen die Lehrkräfte vor, dass in der Zwischenzeit keine nennenswerten Verbesserungen des Infektionsschutzes getroffen wurden. »Wir können unter den gegebenen Umständen weder uns noch unsere uns anvertrauten Schüler vor einer Infektion wirksam schützen.«

Von Minister Lorz fordern sie nun, dass die Impfung aller im Präsenzunterricht eingesetzten Lehrkräfte höchste Priorität haben müsse. Zudem solle es verpflichtende tägliche Testung für alle Lehrkräfte und Schüler geben. Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nase-Bedeckung in den Gebäuden müsse eingeführt und eine verbindliche Regelung für »Maskenpausen« erlassen werden.

An Lehrkräfte und Schüler seien mindestens zwei FFP2- oder aber medizinische Masken pro Unterrichtstag auszugeben. Auf das strikte Durchhalten des »Kohortensystems« müsse geachtet werden. Sprich: Keine Vermischung von Schülern unterschiedlicher Klassen in Religions- oder Wahlkursen sowie der Betreuung, auch wenn dies zu einem erhöhten Personalbedarf führen sollte. Zudem müsse der Schülertransport wirkungsvoll entzerrt werden.

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