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Henk Alkemade gießt die gerade gepflanzte Eiche, damit diese wächst und gedeiht.

Fest verwurzelt wie eine Eiche

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Grünberg (dis). Damit das 125-jährige Bestehen des Grünberger VHC für zukünftige Generationen nicht in Vergessenheit gerät, pflanzte der Verein auf der Grünfläche im Dreieck Gießener Straße/Theo-Koch-Straße zum Gründungstag eine Eiche. Der 1. Vorsitzende Ernst Pfeffer ging vor zahlreichen Anwesenden auf den Gründungstag vor 140 Jahren am 22. August 1881 ein.

Damals seien 19 Bürger anwesend gewesen. Im Juni desselben Jahres hatte der sogenannte Zentralausschuss des Vogelsberger Höhen-Clubs (VHC) einen Gründungsaufruf gestartet. Damit ist die Gruppe in Grünberg der viertälteste Zweigverein im VHC.

Programm neu ausrichten

Bereits in 1882 gehörten 39 Mitglieder dem Verein an, darunter Pfarrer Koch, der Vater des Anthropologen und Forschungsreisenden Theo Koch.

Die weitere Geschichte des Vereins war geprägt von vielen Höhen und Tiefen. Nach der Blütezeit bis 1914 sind durch den Ersten Weltkrieg keine Aufzeichnungen mehr vorhanden.

Der Zweite Weltkrieg war noch belastender, der VHC und weitere Vereine wurden durch die Nationalsozialisten verboten. Auch hier gibt es keine Aufzeichnungen mehr und die Zahl toter, vermisster oder verletzter Mitglieder ist nicht bekannt.

Im August 1949 erfolgte die Neugründung, und durch einen neuen Zusammenhalt in der Bevölkerung blühte das Vereinsleben wieder auf, dem folgte eine Abflachung in den 1980er Jahren. Heute weist der VHC Grünberg rund 120 Mitglieder mit steigender Tendenz auf. Von ihm werden 95 Kilometer Wanderwege gewartet.

Vorsitzender Pfeffer ist überzeugt, dass das Programm des Vereins der Zeit sowie den Wünschen und Bedürfnissen der Mitglieder anzupassen ist. Auf der Agenda stehen dabei Umwelt- und Naturschutz, Heimatkunde und Heimatpflege, Wanderführerausbildung, Familienwanderungen und Kleintruppentrekking.

Mit dem nun gepflanzten Baum wolle man einen »Pakt« schließen, er soll ein Merk-, Mahn- und Motivationsbaum sein und ein Stück Heimat- und Kulturgeschichte verkörpern. Auch dürfe man es nicht zulassen, dass die Menschheit Krieg gegen die Natur führe.

Maßnahmen gegen eine übermäßige Wasserentnahme im Vogelsberg und gegen die Vermüllung der Natur sollten ergriffen werden. Der Baum, eine ungarische Eiche, die nach Beratung mit Fachleuten ausgewählt wurde und sich dem Klimawandel gut anpassen soll, stehe nicht allein, denn ein großer Basaltstein aus der Heimat, gespendet von der Firma Kuhn, stehe an seiner Seite. Auf der Gedenktafel steht: »Fest verwurzelt und stolz steh ich hier, meiner Grünberg Heimatstadt zur Zier. Seit 140 Jahren im VHC-Logo enthalten, darf ich nun meine Blätter entfalten. Ich hoffe, viele Jahre hier zu stehen, und dass der VHC wird fortbestehen.« Diese Zeilen hatte Mitglied Henk Alkemade verfasst und wurden von ihm vorgetragen.

Wasser und Wanderlied

Auch er war es, der nach dem Grußwort von Bürgermeister Frank Ide und der Herbeischaffung einiger symbolischer Schaufeln Erde dem gepflanzten Baum, der von der Bildungsstätte Gartenbau stammt, Wasser aus einer Gießkanne zukommen ließ.

Der Bürgermeister sagte unter anderem, die Eiche solle ein Symbol für das weitere Wachstum des VHC sein. Zum Schluss stimmte Friedel Hedrich noch das Wanderlied an, »Wir wollen zu Land ausfahren«, bei dem eifrig mitgesungen wurde.

Alle Anwesenden wurden zum Abschluss der Feierstunde zu einem kleinen Sektempfang vor der Gallushalle eingeladen.

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