Kommunalwahl im Kreis Gießen

Gemeindewahl in Grünberg: Enttäuschung bei den FW

  • Thomas Brückner
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In Grünberg liegt das Endresultat vor: Die CDU hat gegenüber dem Trendergebnis (nur Kopfstimmen) um drei Punkte auf 27,4 Prozent zugelegt, die Grünen haben etwas verloren, bleiben aber mit einem Plus von 6,1 Punkten auf  16,8 Prozent der klare Wahlsieger.

Grünberg (tb). Rund 180 000 Stimmen waren bei der Gemeindewahl in Grünberg zu vergeben, am gestrigen frühen Nachmittag waren alle erfasst. Das Endergebnis weicht schon vom Trend ab: Die CDU hat nach Auszählung der Personenstimmen nicht leicht verloren, sondern um drei Punkte auf 27,4 Prozent zugelegt, die Grünen haben etwas verloren, bleiben aber 16,8 statt 10,7 Prozent der klare Wahlsieger.

Die SPD büßt am Ende vier Punkte ein, die Freien Wähler verlieren noch etwas mehr, landen bei 30,95 statt bisher 36,6 Prozent.

»Mehr Text als Köppe«, antwortet Reinhard Ewert auf die Frage nach den Gründen des Erfolgs. Seit über 30 Jahren Fraktionssprecher der Grünen, mag er sich den kleinen Seitenhieb auf den Mitbewerber CDU nicht verkneifen. Das aussagekräftige Programm sowie ein Mix aus bewährten und neuen Kandidaten sei offenbar honoriert worden.

Ebenso die Arbeit der Fraktion, das Festhalten an unabhängigen Positionen. Auch beim »Aufregerthema« Windpark: »Wir haben lange diskutiert, waren uns aber am Ende einig: Wir wollen die Energiewende, müssen was dafür tun.«

»Eine gute Liste. Mit den meisten Jungen und den meisten Frauen« ist für CDU-Fraktionschefin Birgit Otto ein Grund für das gute Abschneiden. Mag sein, gibt sie dann zu, auch die Positionierung pro Energiewende, aber gegen den Windpark im Stadtwald habe Stimmen gebracht. Vor allem jedoch dürfte die politische Arbeit der letzten Legislatur den Souverän überzeugt haben: Etwa dass man den Finger in die Wunde gelegt habe, wenn bei einem Bauprojekt die Kosten explodierten, wenn es beim Gewerbegebiet viel zu langsam voranging. Und: Für die CDU habe statt einem Dreh an der Steuerschraube stets das Sparen Priorität.

Erhebt die vom Wähler gestärkte Partei Ansprüche, was die Postenverteilung angeht, etwa auf den Ersten Stadtrat? »Zunächst einmal«, bittet Otto um Verständnis, »wir werden mit allen Fraktionen das Gespräch suchen.«

Die Enttäuschung in den Reihen der Freien Wähler ist deutlich zu verspüren. Und die Erklärungsnot, zumal man keine negativen Rückmeldungen erhalten habe. »Vielleicht lag es an der relativ zurückhaltenden Werbung«, mutmaßt Vorsitzender Lothar Theiß. Im Ja zum Windpark sieht er nicht den entscheidenden Punkt. Verloren habe man daher Wähler vor allem an die Grünen, nicht an die CDU. Deren Erfolg sieht Theiß in der guten Mobilisierung und einem Team mit vielen Jungen.

Dass das Thema Windpark vor allem in Weickartshain eine Rolle gespielt hat, zeigt das dortige Ergebnis: Die FDP, als einzige Fraktion geschlossen dagegen, holte im Schatten der »Windmühlen« das kreisweite Spitzenresultat von 27,6 Prozent. Das Gesamtergebnis aber hat dies kaum beeinflusst: 6,7 statt vorher 6,5 Prozent und weiter drei Sitze

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