Blick auf den Campingplatz Grünberg: Am unteren linken Bildrand soll eine Fläche für Mobilheime entstehen. ARCHIVFOTO: TB
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Blick auf den Campingplatz Grünberg: Am unteren linken Bildrand soll eine Fläche für Mobilheime entstehen. ARCHIVFOTO: TB

Mit einem Pfund wuchern

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Der Campingplatz "Am Spitzen Stein" - direkt neben dem Freibad gelegen - ist ein Pfund für Grünberg. Nicht nur, aber vor allem im Blick auf die Fremdenverkehrsstatistik. Das soll nicht nur so bleiben, die Kommune will die Anlage vielmehr noch besser vermarkten: Auf dem angrenzenden alten Sportplatz sollen Mobilheime unterkommen. Dafür aber muss der Campingplatz zunächst einmal "legalisiert" werden. Der erste Schritt steht jetzt mit der Aufstellung eines Bebauungsplans an.

Die Anlage "Am Spitzen Stein" wurde in den 50ern geschaffen, neben dem Gros der Dauercamper wird er gerne auch von Kurzurlaubern genutzt. "In Verbindung mit dem Freibad, aber auch den weiteren Sport- und Freizeitmöglichkeiten und der umgebenden Natur", so Bürgermeister Frank Ide, "stellt er einen touristischen Anlaufpunkt dar."

Nur ist die Anlage eben bisher "planungsrechtlich nicht gesichert". Mittels Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplans soll dies nun nachgeholt werden.

Nach dem Magistrat hat am Mittwoch auch der Kernstadt-Ortsbeirat dieses Vorhaben abgesegnet - einstimmig. Ide erinnerte in der Sitzung an Verkaufsverhandlungen mit einem Interessenten, der Pläne für die im Trend liegenden Mobilheime präsentiert hatte. Auf eine Anfrage zwecks Änderung des Bebauungsplans hieß es dann aus der Kreisbauaufsicht: "Macht erst mal einen." Denn zumindest die Hälfte des 11,3 Hektar großen Freizeitareals ist noch nicht überplant, längst stehen Wohnwagen auf Parzellen, die noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen sind.

Jetzt aber soll alles in geordnete Bahnen gebracht werden. Die Stadt weist ein Sondergebiet aus, aufgegliedert in zwei Bereiche, einer für Freizeitnutzung und Erholung (Freibad/Campingplatz), ein zweiter für Mobilheime. Was Letzteres angeht, ist Ide zufolge noch offen, ob die Stadt oder ein Externer den Betrieb übernehme. Da kein Zuschussgeschäft, sollte der Campingplatz in städtischem Eigentum bleiben.

Anlass der Anmerkung: Erwähnter Interessent hatte die gesamte Anlage erwerben wollen, war jedoch ob der Preisvorstellungen für den Platz und der Forderung, auch noch die Planungskosten zu tragen, abgesprungen. Ide: "Das war wohl ein bisschen frech." Egal, wer die über die Struppiusstraße erschlossene Mobilheimanlage am Ende betreiben wird, die Kosten des B-Plans trägt jetzt die Stadt.

Gegenstand der Planung ist zudem eine Neuordnung des Eingangsbereichs am Freibad und Campingplatz, inklusive Zufahrt und Schrankenanlage; Ziel ist das "Vorhalten ergänzender Stellplatzmöglichkeiten". Freibad samt Eingangsbereich sowie der alte Sportplatz werden also in den Geltungsbereich des B-Plans "Campingplatz" einbezogen.

Apropos: Ide kündigte unter Hinweis auf den Streit um eine durchgängige Platzbenutzung (die GAZ berichtete) eine Neuregelung an. Ein dauerhafter Aufenthalt im Wohnwagen und mithin die Meldung mit Erstwohnsitz werde man nicht erlauben, dies auch mit Blick auf die "normalen" Dauercamper, die - bezogen auf die Nutzungsdauer - schließlich höher belastet würden. Der Rathauschef: "Bis zum Saisonende bringen wir das in Ordnung." Wobei er eine neue Gebührenstaffelung miteinbezog.

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