_1KREISGIESSEN32-B_09191_4c
+
Göbelnrod von oben: Die Fläche links der Straße nach Beltershain (Markierung nur ungefährer Anhaltspunkt) wird für ein Baugebiet favorisiert. ARCHIVFOTO: HENSS

Ein Platz an der Sonne

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Grünberg (tb). »Leider auf der falschen Seite der Bahnlinie« wohnt nicht nur Jens Müll, sondern viele der rund 630 Göbelnröder. Was deren Ortsvorsteher natürlich rein geografisch meint, da die Häuser am Hang unterhalb des Waldes zumeist ein Schattendasein fristen.

Schon mit Blick auf künftig mögliche energetische Vorgaben, etwa zur Nutzung von Solarstrom, macht sich der Ortsbeirat nun für ein Neubaugebiet in Südhanglage stark. Favorisiert wird eine Fläche an der Straße nach Beltershain, möglichst jene linker Hand, wo man sich die Erschließung von 15 bis 20 Parzellen wünscht. Dass Bedarf vorhanden ist, kann der Ortsvorsteher belegen: »Wir haben im Januar eine Umfrage im Dorf gemacht, danach gibt es sechs ernsthafte Interessenten.«

Lage spricht für Wachstum

Was nicht das einzige Argument für Wachstumspotenzial dieses Stadtteils sei. Dafür spreche ebenso die Lage an der Vogelsbergbahn und dem Fernradweg, keine Leerstände, die Nähe zur B 49 und A 5 sowie zur Kernstadt. Der FW-Politiker mit einem zu vermutenden Schmunzeln: »Die wesentlichen Punkte in Grünberg sind von uns aus schneller zu erreichen als vom Baumgartenfeld (eine Siedlung vor den Toren der Kernstadt, die Red.).« Womöglich, das sei hinzugefügt, könnte das Baugebiet somit auch den »Nachfrageüberhang« in der Kernstadt mindern.

Der Ortsbeirat wird für den Haushalt 2022 die Einstellung der Planungskosten beantragen. Auch Müll aber ist klar, dies würde nur der allererste Schritt eines einige Jahre dauernden Prozesses sein. Zunächst gelte es etwa zu prüfen, ob die favorisierten Grundstücke überhaupt zu erwerben seien. Der Ortsvorsteher zeigte sich dennoch zuversichtlich, was die Resonanz bei den letztlich entscheidenden Fraktionen betrifft, hätten doch alle in ihren Wahlprogrammen für Baugebiete auch auf den Dörfern plädiert.

Dass es durchaus dauern dürfte, bis die Wünsche der Göbelnröder erfüllt sein werden, bestätigte Bürgermeister Frank Ide. So sei hier noch nicht einmal der Flächennutzungsplan geändert. Priorität hätten daher die Baugebiete in Beltershain, Stangenrod, Reinhardshain und Lumda.

Was die Attraktivität Göbelnrods weiter mehrte, wäre sicher ein Glasfaseranschluss. Aktuell sondiert das Unternehmen Goetel auch hier die Nachfrage. Müll geht davon aus, dass geforderte Anschlussquote von 60 Prozent erreicht wird. Im Übrigen könne sich jedermann weiter anmelden.

Neben den Planungskosten fürs Baugebiet wünscht das Stadtteilgremium für den Etat 2022 den Ausbau des Feldwegs zum alten Neubaugebiet »Holzgraben«, zumal der Teil des neuen Grünberger »Glückswegs« sei. Ferner die Sanierung der Friedhofshalle sowie Reparatur der Mauer am Feuerwehrgerätehaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare